Lärm bei öffentlichen Veranstaltungen

Lärm bei öffentlichen Veranstaltungen: Unterneustadt will mehr Ruhe

Joachim Schleißing

Unterneustadt. 1100 Jahre Kassel, Hessentag, Kulturzelt, Tigerentenrennen, Ruderregatta, Zissel – ganz gleich, welches Fest in Kassel gefeiert wird, die Unterneustädter sind mittendrin.

Die Anwohner des Stadtteils fühlen sich durch den ständigen Lärm durch Musik und Moderationen jedoch über Gebühr belästigt, in ihrer Freizeit und Nachtruhe.

Die Kommunalpolitiker der Unterneustadt diskutierten während der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats, wie man das Problem lösen kann. „In diesem Sommer ist die Lärmbelästigung an die Grenze des Erträglichen gegangen“, sagt Ortsvorsteher Joachim Schleißing (Grüne). Viele Beschwerden sind im Ortsbeirat eingegangen. Musik werde länger als erlaubt gespielt – zum Beispiel während des Hessentags. Auch fortwährende Lautsprecheransagen störten – zum Beispiel während der Ruderregatta.

Ebenso stelle das Kulturzelt eine Dauerbelastung dar: Der Soundcheck beginne bereits nachmittags und dauere mehrere Stunden. Zudem sei mit dem neuen Kulturzelt der Lärmpegel höher geworden: „Die Bässe sind so eindringlich, dass die Scheiben klirren.“ Von Polizei und Ordnungsamt sind die Unterneustädter enttäuscht: „Anrufe mit Beschwerden sind ungeachtet geblieben.“

Andreas Süßenguth

„Es müssen klare Regeln und verlässliche Ansprechpartner her“, fordert Schleißing. Darüber will der Ortsbeirat unter anderem mit dem Ordnungsamt sprechen. Andreas Süßenguth (parteilos) schlägt vor, auch die Veranstalter in die Gespräche einzubeziehen: „Sicher gibt es technische Möglichkeiten, die Anlagen anders einzustellen.“

Einig ist man sich, dass die Lärmemissionen bei öffentlichen Veranstaltungen an der Fulda und im Fuldaraum in Grenzen gehalten werden müssen. Zwar seien solche Veranstaltungen Teil des urbanen Lebens, das dürfe jedoch nicht auf Kosten der Bürger gehen. Ein entsprechender Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Von Helga Kristina Kothe

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