Zehntklässler der Gesamtschule Niestetal ziehen nach den Ferien um – Raumnot wegen mehr Förderschülern

Unterricht künftig im Container

Bereit für den Einzug: In diese Container, auch Unterrichtspavillons genannt, werden die Zehntklässler der Wilhelm-Leuschner-Schule nach den Sommerferien einziehen. Foto:  T. Hartung

Niestetal / BAUNATAL. Wenn in wenigen Tagen das neue Schuljahr beginnt, werden nicht alle Klassen der Wilhelm-Leuschner-Schule (WLS) in Niestetal zurück in ihre alten Unterrichtsräume gehen. Die zehnten Klassen ziehen nach den Sommerferien in die Pavillons, die kürzlich aufgestellt wurden. Damit sollen die Raumprobleme, mit denen die Schule im vergangenen Schuljahr zu kämpfen hatte, abgefedert werden.

Seitdem die WLS sich auf dem Gebiet der Inklusion engagiert, bei der Schüler mit Behinderungen und besonderem Förderbedarf besonders betreut werden, mangelt es an Ausweichräumen. „Viele Eltern von Inklusionsschülern haben sich gegen eine Förderschule und für die WLS entschieden“, weiß Harald Kühlborn vom Landkreis Kassel. Das hätte in der Vergangenheit zu einem Engpass geführt, der mit den Schulpavillons beseitigt werden soll, so der Landkreissprecher. Baulich mehr Platz zu schaffen, sei aus Kostengründen derzeit nicht möglich.

Glücklicherweise seien die Bauarbeiten an der Theodor-Heuss-Schule in Baunatal fristgerecht fertig geworden, sodass die dort überflüssig gewordenen Pavillons kurzfristig nach Niestetal umziehen konnten, so Kühlborn. Wie lange die Unterrichtspavillons in Niestetal verbleiben, kann der Landkreissprecher noch nicht sagen. Man müsse die weitere Entwicklung der Schülerzahlen beobachten und bei Bedarf in den nächsten Jahren eine andere Lösung finden. Bettina Homann, zurzeit stellvertretende Schulleiterin, ist sehr froh über die zusätzlichen Räume. „Insgesamt haben 33 Schüler der WLS, von denen 22 Inklusionsschüler sind, besondere Bedürfnisse bei der Betreuung“, weiß Homann, die auch Stufenleiterin der fünften und sechsten Klassen ist.

Inklusion könne nicht auf dem Flur stattfinden, sagt sie. „Mit dem zusätzlichen Platz können wir noch besser auf die Inklusionsschüler, die unter anderem an Epilepsie und Rheuma leiden, mit individuell zugeschnittenen Unterrichten und einem speziellen Ruheraum eingehen“, so die Lehrerin. Dabei sollen die Schüler nicht separiert, sondern in den Schulalltag integriert werden. Aus diesem Grund beziehen auch nicht die Inklusionsschüler die vier Pavillon-Räume, sondern die zehnten Klassen.

„Natürlich wurde die Angelegenheit zuvor mit den Kindern und deren Eltern besprochen“, sagt Homann. Sie seien nicht begeistert, dennoch hätten sie ein Einsehen für den Umzug in die Unterrichtspavillons, so Homann. Der Elternbeirat sieht momentan keine Nachteile, allerdings seien die Container keine Dauerlösung, gibt Thomas Hess (Vorsitzender Elternbeirat) zu bedenken. „Man muss beobachten, inwieweit die Schüler in den Containern eventuell Nachteile haben“, sagt er und berichtet weiter, dass seine Tochter während der Bauphase vor fünf Jahren auch im Container unterrichtet wurde und sogar ihren Abschluss dort gemacht hätte. Damals hätte es keinerlei Probleme gegeben.

Man müsse die Sache erst mal anlaufen lassen und dann weiter schauen. In maximal drei Jahren müsse allerdings eine andere Lösung her.

KOMMENTAR

Von Tina Hartung

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.