Platz für Kleingewerbe

Unterstadtbahnhof: Vermarktung soll im Sommer beginnen

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Der Güterbahnhof hat ausgedient: Wo heute noch Schienen liegen, sollen Kleinbetriebe entstehen.

Kassel. Der Unterstadtbahnhof in der Nordstadt hat schon lange ausgedient. Auf dem ehemaligen Bahngelände zwischen Mombachstraße, Holländischer Straße, Westring und Wolfhager Straße soll Kleingewerbe angesiedelt werden.

Ein Teil der Flächen hat die ehemalige Bahntochter Aurelis bereits an langjährige Mieter wie die Baustoff Dietrich GmbH & Co. KG verkauft. Die Vermarktung der restlichen Flächen wird nach Auskunft der Aurelis Real Estate GmbH & Co. KG voraussichtlich im Sommer beginnen.

Die Schienen, auf denen bis zu den 1990er-Jahren Güter bewegt wurden, sind zum Teil schon abgebaut. Doch es dauert, bis Schwung in die Entwicklung kommt und alle Hürden überwunden sind. So müssen die Bahnflächen entwidmet werden - ein Verfahren, das laut Carl Flore vom Stadtplanungsamt vor zwei bis drei Jahren begonnen hat und voraussichtlich in diesem Jahr von der DB Netz abgeschlossen werde. Anfang 2014 soll der Bebauungsplan über die Bühne sein, der unter anderem die Erschließung des neuen Gewerbegebiets regelt.

Von der Wolfhager Straße wird eine neue Straße das Zentrum des Gewerbegebietes erschließen, ein durchgängiger Fuß- und Radweg wird mittendurch nach Rothenditmold führen. Entlang dieser Verbindung sollen neue Leitungstrassen verlegt werden. Es sei „eine absolut minimale Erschließung, aber ausreichend zur Vermarktung“, sagt Flore. Aurelis wolle nicht viel Geld in das Gebiet stecken.

Drei Hektar übrig

Von den 13,2 Hektar, die der Bebauungsplan umfasst, bleiben laut Flore etwa drei Hektar für die Ansiedlung von Kleingewerbe übrig. 3,7 Hektar habe Baustoff Dietrich erworben. Weitere Flächen gehören der Esso, die auf dem Gelände nahe der Holländischen Straße ein Tanklager unterhielt, und dem Verein Stadtmoschee, der dort bauen will. Ein Baugrundstück ist laut Flore durch das frühere Tanklager belastet, was bei Bauvorhaben zu berücksichtigen sei, bei Gebäuden ohne Unterkellerung aber unproblematisch wäre.

„Der Rahmen ist im Laufe des Prozesses enger geworden“, sagt Flore über das Konversionsgebiet, das strukturpolitisch kaum von Bedeutung sei. Es sei ein Angebot für kleine Betriebe. Ein großer Streifen müsse für Bienen, Hummeln und Wespen freigehalten werden, die auf dem Gelände entdeckt wurden und zum Teil unter Artenschutz stehen. „Die sollen dort bleiben.“

Grenzen setzt auch der Lärmschutz. Auf dem Areal können nur geräuscharme Betriebe angesiedelt werden, damit Anwohner nicht beeinträchtigt werden.

Grundlage ist eine Regelung aus Nordrhein-Westfalen, wo man viel Erfahrung im Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe hat - etwa im Ruhrgebiet. Dabei werden die Gewerbebetriebe durch den TÜV begutachtet und in Klassen eingeteilt. „Ein gutes Instrument, um das Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe verträglich zu machen“, sagt Flore. Einwände können Anwohner bei der Offenlegung des Bebauungsplan vorbringen, die nach der Sommerpause vorgesehen ist.

Von Ellen Schwaab

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