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Das letzte Mal Connichi: Manga-Messe verabschiedet sich aus Kassel

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Von: Matthias Lohr, Anna Weyh

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Connichi in Kassel: Vor dem Kongress Palais im Vorderen Westen stehen (von links) Carina Naujokat, Saskia Mariss, Alexander Damian Schulte-Nienhaus und Saskia Lahme in ihren selbst gemachten Kostümen. Sie stellen Figuren aus dem Film „Der Hobbit“ dar.
Connichi in Kassel: Vor dem Kongress Palais im Vorderen Westen stehen (von links) Carina Naujokat, Saskia Mariss, Alexander Damian Schulte-Nienhaus und Saskia Lahme in ihren selbst gemachten Kostümen. Sie stellen Figuren aus dem Film „Der Hobbit“ dar. © andreas Fischer

Manga-Fans haben Kassel am Wochenende erneut in eine bunte Fantasy-Welt verwandelt. Doch die diesjährige Connichi war die letzte in Kassel. Die Messe zieht um.

Kassel – In den drei Tagen der Manga-Messe Connichi erinnert der Vordere Westen Kassels an eine Theaterbühne. Denn die Vielzahl an Besucherinnen und Besuchern aus ganz Deutschland tummelt sich in ihren aufwendig gestalteten Kostümen nicht nur rund um die Stadthalle, wo die Connichi stattfindet. Die Fabelwesen, Außerirdischen und Manga-Figuren sind im gesamten Stadtteil unterwegs. Kassels Einheimische kommen da aus dem Staunen oft gar nicht mehr heraus.

Fast 20 Jahre lang war das nun so im Vorderen Westen. So lang findet die Messe, die Tausende Besucher aus ganz Deutschland anlockt, schon im Kongress Palais statt. Nun endet eine Ära. Am Sonntagabend teilten die Organisatoren mit, dass sie nach Wiesbaden umziehen.

Der Kettensägenmann: Mark Moosburger aus Nürnberg ist mit seinem Kostüm aus der japanischen Buchserie „Chainsaw Man“ im Stadthallengarten unterwegs.
Der Kettensägenmann: Mark Moosburger aus Nürnberg ist mit seinem Kostüm aus der japanischen Buchserie „Chainsaw Man“ im Stadthallengarten unterwegs. © Fischer, Andreas

Letzte Connichi in Kassel: Berühmte Anime- und Manga-Messe zieht um

Am ersten Septemberwochenende 2023 soll die Connichi im „RheinMain CongressCenter“ der hessischen Landeshauptstadt stattfinden. Die neue Heimstätte biete „eine perfekte Mischung aus traditionellem Ambiente und den Anforderungen an ein modernes Veranstaltungsgelände“. Zudem wird auf die weitläufigen Grünanlagen in der Innenstadt verwiesen, die Besuchern mehr Platz bieten als der Stadthallengarten. Die Connichi ist offensichtlich zu groß geworden für Kassel. Nähere Begründungen lieferten die Veranstalter gestern nicht.

Zuvor war alles wie immer: Im Stadthallengarten ist die Stimmung ausgelassen. Die Sonne scheint und vertreibt langsam den morgendlichen Nebel. Die Wiese ist übersät von Picknickdecken und Campingstühlen. Musik schallt über die Köpfe der Menschen hinweg, die lachend in Gruppen beisammensitzen und ihr Wiedersehen feiern.

Bunt und kreativ: Connichi-Besuchende präsentieren in Kassel aufwändige Kostüme

Die Kasselerin Mikka Ribbe fällt mit ihrem schneeweißen Kostüm und der pastellfarbenen Regenbogen-Perücke samt geschwungenen Hörnern auch in der bunten Menschenmasse auf. Ihr Kostüm ist selbst gemacht und der Charakter mit Namen „Winterfaun“ selbst erschaffen. Für sie ist die Manga-Messe gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder zum richtigen Familienevent geworden.

Mikka Ribbe aus dem Kasseler Stadtteil Wolfsanger in ihrem selbst kreierten Kostüm des Winterfauns.
Mikka Ribbe aus dem Kasseler Stadtteil Wolfsanger in ihrem selbst kreierten Kostüm des Winterfauns. © Fischer, Andreas

Bei der Connichi sind sie schon seit Jahren mit dabei. Besonders freut sich die Familie aus Wolfsanger, wenn Besucherinnen und Besucher um ein Foto bitten. „Das ist unsere Belohnung für die ganze Arbeit“, sagt Mutter Ines Ribbe. Und die Belohnung lässt nicht lang auf sich warten: In wenigen Minuten lassen sich gleich mehrere Manga-Fans mit Mikka Ribbe fotografieren.

Connichi 2022 in Kassel: Veranstalter rechnet mit 25.000 Besuchenden

An der Rosenkranzkirche, die sich nur wenige Meter neben dem Kongress Palais befindet, treffen sich die Schwestern Louise und Linda Chamilew aus Bad Kissingen mit ein paar Freunden. Sie haben sich als die Charaktere Ciel Phantomhive und Lizzy von der Manga-Reihe „Black Butler“ verkleidet und wollen auf dem Gelände der Kirche noch ein paar Fotos machen, bevor sie wieder zum Kongress Palais zurückkehren. „Wir wollen die Convention noch ein bisschen genießen“, sagt Louise Chamilew.

Fotos vor der Rosenkranzkirche: Die Schwestern Louise (links) und Linda Chamilew posieren in ihren Kostümen aus der Manga-Reihe „Black Butler“ Fotos vor der Rosenkranzkirche: Die Schwestern Louise (links) und Linda Chamilew posieren in ihren Kostümen aus der Manga-Reihe „Black Butler“.
Fotos vor der Rosenkranzkirche: Die Schwestern Louise (links) und Linda Chamilew posieren in ihren Kostümen aus der Manga-Reihe „Black Butler“ © Andreas Fischer

Denn Connichi ist wie nach Hause kommen, sagt das Organisationsteam rund um den Verein Animexx, der die Manga-Messe ehrenamtlich veranstaltet. „Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung“, sagt Stephanie Drewing. Die genaue Besucherzahl nennen die Veranstalter noch nicht, sie rechnen aber mit etwa 25 000 Menschen.

Massiv betroffen waren die Connichi-Gäste am Wochenende auch von den Störungen der Deutschen Bahn. „Viele konnten dadurch nicht anreisen. Einige haben sich über Twitter in Fahrgemeinschaften zusammengeschlossen“, sagt Drewing.

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