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Universität erhält fast acht Millionen Euro und viel Lob von Ministerin

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Von: Matthias Lohr

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Erkundigte sich in Kassel, was die Uni hier so besonders macht: Bildungs- und Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (links) überreicht Uni-Präsidentin Ute Clement eine Urkunde für den Erfolg bei der Förderlinie für innovative Hochschulkonzepte.
Erkundigte sich in Kassel, was die Uni hier so besonders macht: Bildungs- und Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (links) überreicht Uni-Präsidentin Ute Clement eine Urkunde für den Erfolg bei der Förderlinie für innovative Hochschulkonzepte. © Andreas Fischer

Nachhaltigkeit und Wissenstransfer werden an der Universität Kassel groß geschrieben. Das erfuhr nun auch Bundesministerin Stark-Watzinger bei einem Besuch.

Kassel – Auf dem Kasseler Campus kennt gestern Mittag niemand den Namen der Bundesministerin, die gerade dabei ist, der Universität symbolisch knapp acht Millionen Euro zu überbringen. Wen man auch anspricht – den Namen Bettina Stark-Watzinger kann niemand zuordnen. Laut Umfragen ist die FDP-Ministerin für Bildung und Forschung das unbekannteste Mitglied der Ampelregierung in Berlin.

Gestern überreichte die Politikerin aus Bad Soden im Science Park Uni-Präsidentin Ute Clement eine Urkunde als Symbol für den Erfolg bei der Förderung für innovative Hochschulkonzepte. Für den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt die Universität bis 2027 ein neuartiges Denklabor. Dafür gibt es knapp acht Millionen Euro – und gestern auch viel Lob von der Ministerin. Sie lobt die Kasseler Uni als „Vorbild“, bescheinigt ihr „Modellcharakter“ und prophezeit: „In den nächsten fünf Jahren werden wir was Tolles erleben.“

Für alle, die nicht wissen, wer die Frau ist, die das sagt: Stark-Watzinger hat in den vergangenen Jahren eine rasante Karriere hingelegt. 2017 zog die studierte Volkswirtin in den Bundestag ein. 2021 wurde sie überraschend Ministerin. Vor ihrer Politkarriere war die Mutter zweier Kinder unter anderem als Wissenschaftsmanagerin an einem Institut der Frankfurter Uni zur Erforschung der Finanzmärkte tätig. Die 54-Jährige, die auch Vorsitzende der Hessen-FDP ist, hatte also durchaus schon mit Bildung und Forschung zu tun. Von allen ihren Vorgängern kann man das nicht behaupten.

Im Science Park lässt sich Stark-Watzinger von Forschern, Gründern und Wirtschaftsleuten erklären, was die Kasseler Uni so besonders macht. Die Hochschule ist längst ein Zentrum für Nachhaltigkeit. Am Kassel Institute for Sustainability sollen sich 17 neue Professuren mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen beschäftigen. Genaueres wird im Februar vorgestellt.

Und das neue Denklabor soll konkrete Lösungen für die Region erarbeiten. Wichtig ist laut Stark-Watzinger dabei nicht nur in Kassel, dass das Wissen, das an den Hochschulen erzeugt wird, „schneller in die Wirtschaft und die Gesellschaft“ gebracht wird.

In Nordhessen ist dies auch Aufgabe von Uni Kassel Transfer, wo etwa Kooperationen initiiert und Gründungen gefördert werden. Prominentestes Beispiel eines Unternehmens, das aus der Uni hervorgegangen ist, ist der Solartechnikhersteller SMA, der Weltmarktführer bei Wechselrichtern ist. Daniel Opper von Uni Kassel Transfer sagte gestern, Kassel werde wohl kein Silicon Valley, aber eine Art „Sustainable Valley“ sei möglich. Auch wirtschaftlich soll die Region also ein Vorreiter für Nachhaltigkeit werden.

Für Uni-Präsidentin Clement ist es wichtig, dass fächerübergreifend gearbeitet wird. Sie sagte zudem, es sei „okay“, sich auf der Straße festzukleben, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Noch besser sei es aber, wenn die engagierten jungen Menschen etwa Ingenieure würden, die Windkraftanlagen bauen.

Eine Architekturstudentin auf dem Campus, die den Namen der Ministerin auch noch nie gehört hatte, sagte übrigens, sie wolle sich jetzt schlaumachen. So etwas müsse man doch wissen. Es könnte nachhaltig sein, zu wissen, wer Bettina Stark-Watzinger ist. Die Politikerin kündigte schon mal an: „Ich freue mich, in fünf Jahren wiederzukommen.“ (Matthias Lohr)

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