Mehrere Hundert Wohnungen

Urlaub in Kassel: Touristen-Unterkünfte fehlen als Wohnungen

Kassel. Mehrere hundert Wohnungen in Kassel und im Umland werden als Ferienwohnungen, Gästezimmer für Touristen und Monteursunterkünfte vermietet.

Die hessische Landesregierung will Städten mit Wohnungsnot wie Kassel künftig ermöglichen, gegen solche Vermietungen vorzugehen.

Offiziell gibt es in Kassel und am Stadtrand im Unterkunftsverzeichnis von Kassel Marketing nur 42 Anbieter von Ferienwohnungen und Privatzimmern. Wer im Internet-Unterkunftsportal Airbnb sucht, findet jedoch mehr als 300 Angebote in der Region. Weil sich für diese Anbieter auch das Finanzamt interessiert, dürften die so beworbenen Unterkünfte nur die Spitze des Eisbergs sein. Wer schwarz vermieten und Geld verdienen will, nutzt andere Vermarktungswege.

Derzeit sind in Hessen Ferienhäuser- und Wohnungen in keinem normierten Wohn- oder Mischgebiet zulässig, müssen also genehmigt und dafür der Verwaltung angezeigt werden. Der Stadt Kassel liegen dazu aber keine Angaben vor, sagt Sprecher Michael Schwab.

In der zu erwartenden Bauplanungsrechtsnovelle sollen künftig Ferienwohnungen in fast allen Baugebieten zulässig sein. CDU und Grüne haben deshalb im Landtag einen Gesetzentwurf eingebracht, um Städten wie Kassel mit angespanntem Wohnungsmarkt zu ermöglichen, per Wohnungsaufsichtsgesetz Einfluss auf die Umwidmung von Wohnraum als Ferienwohnung oder zur Fremdenbeherbergung zu nehmen.

Durch eine kommunale Satzung mit Genehmigungsvorbehalt könnte die Stadt dann gegen die Nutzung einer Wohnung als Ferienwohnung vorgehen. Laut Stadtsprecher Schwab plant die Stadt Kassel derzeit jedoch nicht, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Haus & Grund Hessen hat den Gesetzentwurf als einen Fall staatlicher Regulierungswut kritisiert. 

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