Am Rasthof Kassel gaben Polizei und weitere Anbieter Tipps für unbeschwertes Verreisen

Urlaubsfreude – aber sicher

Mal auf einem Polizeimotorrad sitzen: Dazu waren Reisende bei dem Aktionstag am Rasthof Kassel eingeladen. Von links: Mika Stahl, Polizeimaskottchen Leo, Selina Semmelroth, Anja Semmelroth mit Eric Schirok, Autobahnpolizei-Leiter Helmut Stieglitz und Polizeipräsident Eckhard Sauer. Foto: Schwarz

Kassel. Auf dem Weg in den Dänemark-Urlaub verhielt sich Familie Vater aus Idstein so, wie es Verkehrssicherheitsexperten raten: Etwa zwei Stunden nach dem Startpunkt im Taunus kam die Pause am Rasthof Kassel genau zur empfohlenen Zeit, um Fitness für die Weiterfahrt zu sammeln. Dort gab es am Wochenende nicht nur Tipps der Polizei für sichere und unbeschwerte Ferien, sondern auch ganz praktische Hilfe für kleine Familienurlaubsprobleme.

Auch der Förderverein für den Rettungshubschrauber Christoph 7 hatte einen Infostand aufgebaut, wo Dr. Peter Stahl kleine Gesundheitschecks anbot. „Sind Sie der Notarzt?“, fragte Susanne Vater, ihre unfroh blickende Tochter Joanna (8) im Schlepptau. Ob ihr der Mediziner wohl einen stark wackelnden Milchzahn ziehen könne, der einfach nicht rausfalle? Stahl streifte einen Latexhandschuh über: „Das hab’ ich noch nie gemacht, aber mal schauen.“ Mit frischer Zahnlücke ging es kurz darauf erleichtert weiter Richtung Bornholm.

Handfeste Gefahren

Es gibt schlimmere Probleme, die einem den Urlaub verhageln können, und auch handfeste Gefahren. Wie man die vermeidet, darüber informierten die Polizeiautobahnstation Baunatal und das Präventionsteam des Polizeipräsidiums Nordhessen gemeinsam mit dem ADAC, dem Bund gegen Alkohol im Straßenverkehr und der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe, die auf die Risiken durch Müdigkeit am Steuer aufmerksam machte.

Aus vielerlei Gründen kracht es in der Ferienzeit besonders häufig. Dazu hatte die Autobahnpolizei eine Ausstellung mit Unfallfotos aufgebaut – „alle aus jüngerer Zeit und alle aus dem Raum Kassel“, wie der stellvertretende Stationsleiter Stefan Holzinger erklärte. Durch die zentrale Lage ist Nordhessen ein Schnittpunkt für Urlauberkarawanen aus allen Richtungen.

Ein Problem für die Verkehrssicherheit, so Holzinger, sei der feste samstägliche Bettenwechsel in den Ferienwohnungen: „Viele müssen deshalb schon am Freitag starten, und dann kommt die ganze Masse nicht ausgeschlafener Fahrer hier durch.“ Umso nötiger seien regelmäßige Pausen und Fahrerwechsel, um Unfälle zu verhüten.

Auch daheim lauern Risiken, wenn die Bewohner auf Achse sind. Im Präventionsmobil der Polizei Hessen gab Hauptkommissar Thomas Meyer Tipps zur Verhütung von Einbrüchen. „Am häufigsten wird gefragt, wie man das mit den Rollos am besten macht“, sagt Meyer. Die Praxis vieler Urlauber, Jalousien und Rollos für zwei, drei Wochen dauerhaft „auf halbmast“ zu setzen, ziehe Einbrecher magisch an. Die beste Vorbeugung sei, in zeitlich unberechenbarer Weise für Bewegung am Fenster zu sorgen. „Es gibt ja Technik, die das möglich macht“, sagt Meyer. „Oder ganz einfach auch hilfsbereite Nachbarn.“

Eine Gruppe älterer Herrschaften aus Sachsen-Anhalt interessierte sich für die ausgestellten Fenster- und Türsicherungssysteme: „Haben Sie mal ’nen Prospekt?“ Lese- und Gesprächsstoff für die kommenden Stunden im Reisebus – und vielleicht Inspiration, die eigenen vier Wände einbruchssicherer zu machen.

Von Axel Schwarz

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