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Wenn der Rücken streikt

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Von: Thomas Purkott

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Rückenschmerzen: Für viele Menschen gehört diese Volkskrankheit zum Alltag dazu.
Rückenschmerzen: Für viele Menschen gehört diese Volkskrankheit zum Alltag dazu. © Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau/Adobe Stock/LIGHTFIELD STUDIOS

Ursachen für degenerative Wirbelsäulenerkrankungen und ihre Behandlung

Er hat zahlreiche Ursachen und gilt als einer der häufigsten Ursachen für Arztbesuche: der Rückenschmerz. Für viele Menschen gehört diese Volkskrankheit zum Alltag dazu, aber das muss nicht so sein. Wie es zu verschleißbedingten Wirbelsäulenerkrankungen kommen kann, welche Arten es gibt und wie sie behandelt werden können, erklärt Ilian Nazev, Leitender Oberarzt vom Fachzentrum für Wirbelsäulenorthopädie an der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau. Das Team der Wirbelsäulenorthopädie ist spezialisiert auf die Versorgung von Wirbelsäulenerkankungen jeglicher Art – vom typischen Bandscheibenvorfall bis hin zu komplizierten Wirbelfrakturen und Tumoren.

Ursachen für Rückenschmerzen

 „Neben funktionellen Fehlstellungen sind degenerative Wirbelsäulenerkrankungen die häufigste Ursache für Rückenschmerzen“, sagt Ilian Nazev. „Grund ist der Verschleiß der Wirbelsäule durch das fortschreitende Alter oder durch eine dauerhafte Überbelastung, zum Beispiel infolge starken Übergewichts.“ Die Bandscheiben zwischen den Wirbeln fungieren als Stoßdämpfer und schützen die Wirbelkörper vor Verletzungen und Abnutzung. Mit zunehmendem Alter büßen sie aber ihre Fähigkeit zur Speicherung von Wasser ein. Das Volumen der Bandscheiben nimmt ab, es kann zur Überlastung von Wirbelgelenken, Instabilität und Verschleiß kommen. Vorbeugend hilft der Abbau von Übergewicht, eine gesunde Ernährung sowie regelmäßige Bewegung und die Stärkung der Rückenmuskulatur. Durch Bewegung kann die Bandscheibe Flüssigkeit besser aufnehmen und bleibt elastisch.

Krankheitsbilder

Der Verschleiß an der Wirbelsäule kann unterschiedliche Krankheitsbilder zur Folge haben: einen Bandscheibenvorfall, Skoliose (Verkrümmung der Wirbelsäule), Osteochondrose (Verknöcherung der Wirbel als Reparaturreaktion des Körpers auf den Bandscheiben-Verschleiß), Wirbelgelenksarthrose, Wirbelkanalverengung und auch Gleitwirbel, die auf Nerven oder das Rückenmark drücken können. Die Folgen sind Rückenschmerzen, die auch in die Arme und Beine ausstrahlen können. Auch Kribbeln, Taubheitsgefühle, Lähmungen und Störungen der Blasen- oder Darmfunktion, die durch Druck auf die Nerven oder das Rückenmark hervorgerufen werden, sind möglich.

Wie solche Krankheitsbilder behandelt werden, hängt von der Diagnostik ab. Der typische Bandscheibenvorfall ebenso wie viele weitere Krankheitsbilder werden, wenn möglich, zunächst konservativ ohne Operation behandelt. Dazu gehört zum Beispiel Physiotherapie, Haltungstraining, entzündungshemmende Therapien und Schmerztherapie. „Halten starke Schmerzen aber dauerhaft an oder besteht ein zu starker Druck gegen das Rückenmark und kommt es zu Lähmungen oder sogar fehlender Kontrolle der Blasenfunktion, ist ein chirurgischer Eingriff notwendig“, erklärt Ilian Nazev.  Nh

„Neben funktionellen Fehlstellungen sind degenerative Wirbelsäulenerkrankungen die häufigste Ursache für Rückenschmerzen.“
„Neben funktionellen Fehlstellungen sind degenerative Wirbelsäulenerkrankungen die häufigste Ursache für Rückenschmerzen.“ ILIAN NAZEV, LEITENDER OBERARZT WIRBELSÄULENORTHOPÄDIE HESSISCH LICHTENAU © Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau/Adobe Stock/LIGHTFIELD STUDIOS

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Am Mühlenberg
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