Ursuppe und Roboterhand

„Jugend forscht“ glänzte bei SMA mit Teilnahmerekord

So packt die Alu-Hand zu: Dario Fiege (von links), Dario Pranjkovic und Julien Uta glauben, dass ihr Greifer in der Industriefertigung eine Chance hätte. Sie basteln noch an einem Programm, damit sich die Hand automatisch und nach Plan bewegt. Fotos:  Dilling

Kassel / Niestetal. Dario Fiege von der Albert-Schweitzer-Schule dreht vorsichtig am Knopf des Reglers für die elektrische Spannung. Die Metallhand schließt sich vorsichtig um eine Mineralwasserflasche.

Die künstliche Hand könne sogar ein rohes Ei aufnehmen und tragen, sagt sein Forscherkollege Dario Pranjkovic (18) von der Herderschule. Nur die Sensoren in den Fingern fehlten noch, erklärt Julien Uta (19) von der Knipping-Schule.

Die Arbeit des Trios vom Schülerforschungszentrum Nordhessen war eine der spektakulärsten, die beim nordhessischen Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ und Schüler experimentieren beim Solarspezialisten SMA in Niestetal präsentiert wurden. 40 Forscherteams gingen an den Start, 13 mehr als im vergangenen Jahr. „Das ist sensationell“, sagte Wolfgang Weber, bei SMA Pate für den Forschungswettbewerb. Er hat ihn vor sechs Jahren in Nordhessen initiiert.

Wasserkraft im Regenrohr: Luna Stockmann (links) und Rebecca Timm zeigten, wie man damit Strom produziert.

Auffällig war die hohe Zahl weiblicher Teilnehmer. Zu den kniffligsten Forschungsarbeiten zählte wohl der Versuchsaufbau von Nina Lachenicht von der Jacob-Grimm-Schule, die ein Verfahren zur exakten Messung von Lichtteilchen (Photonen) entwickelt hat. „Es ist traurig, dass die meisten meiner Schulkameradinnen Physik in der Oberstufe abgewählt haben. Dabei ist das Fach so spannend“, sagte die 20--Jährige.

Bei jüngeren Mädchen scheint das noch anders zu sein: Amine und Aleyna Sankutlu (beide 13) sowie Meggie Grieger (12) von der ASS brauten die Ursuppe aus Wasser und verschiedenen Gasen nach, um zu prüfen, ob sich daraus wirklich das Leben auf der Erde entwickelt hat. Für die Roboterhand-Forscher hat sich die Teilnahme gelohnt. Sie bekamen nicht nur einen ersten Preis, sondern auch den Sonderpreis von SMA.

Die Fahrkarte zum Landesentscheid sicherten sich auch Janina Meyer (19), Laura Dzubiella (19) und Stephanie Koch (19) von der Edertalschule Frankenberg. Das Trio untersuchte, wie man aus Algen Energie gewinnen kann. Christina Prawitt (19), Falk Wüstemann (17) und Marius Deuker (18) von der Jacob-Grimm-Schule erhielten den ersten Preis für die Untersuchung der Gesteine auf der Insel Elba. Fabian Sinning (16) und Ole Heinemann (13) vom Schülerforschungszentrum bekamen ihn für ihre Chaostheorie. Weitere Ergebnisse auf www.jugend-forscht.de

Von Peter Dilling

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