Das Ursymbol Licht

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Kühle Luft, klarer Kopf: Für viele dienen die kommenden Herbst- und Wintermonate zum Nachdenken und Innehalten.

Manche Gegensätze ziehen sich an, manche bleiben unüberbrückbar. Licht und Dunkelheit gehören für viele zu letzterer Gruppe. Und jetzt, wo die Tage deutlich kürzer, also auch die Nächte deutlich länger werden, beginnt die dunkle Jahreszeit.

Und nicht wenige Menschen fürchten sich davor, erleben Winterdepressionen oder haben, wie sie sagen, den Blues. Dass die offiziellen Totengedenktage alle auch in diesen Monaten sind, macht diese Zeit für manche noch schlimmer.

Licht machte Hoffnung auf das Frühjahr

Licht und seine zumeist wohltuende Wirkung ist nicht erst für uns moderne Menschen ein Ursymbol des Lebens geworden. In Zeiten, in denen es kein elektrisches Licht gab, war die Dunkelheit noch viel bedrängender und Licht noch viel kostbarer. So war Licht früher vor allem in der Winterzeit ein Hoffnungsträger: Es galt als Abbild der Sonne. Ihre Rückkehr wurde sehnsüchtig erwartet. Denn mit der Rückkehr der Sonne, erwachte dann auch die Natur wieder aus ihrer Winterstarre. Und in Zeiten, wo nicht mit Öl, Gas oder Strom geheizt werden konnte, war Licht immer auch Schutz und Feuer, bot Wärme.

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Mehrere tausende Jahre gibt es schon Licht an oder auch in Grabstätten. Aus dem alten Ägypten, aber auch aus dem Römischen Reich, gibt es Zeugnisse und Grabfunde, die belegen, dass Grablichter und Grablampen bei Beerdigungszeremonien als Grabbeilagen und Grabschmuck Verwendung fanden. Manchmal waren es Pechfackeln, oder es wurden Talg und Öl als Brennmaterial verwendet.

Die Römer kannten schon Henkellampen aus Stein oder Bronze, die mit Schrift oder Symbolen teilweise aufwendig verziert waren. Diese antiken Grableuchten waren allerdings offen, damit das Feuer nicht erstickte.

Symbolik der Grablaterne

Heute ist längst nicht mehr auf allen Gräbern eine Grablaterne zu finden. Es gibt ja auch Exemplare, die etliche hundert Euro kosten. Kosten für die

fachgerechte Verankerung in der Erde kommen hinzu. Früher wurden Grablichter als Brücke zwischen den Verstorbenen und den Lebenden gedeutet. Gleichzeitig sollte das Licht ihnen aber auch hinein in das ewige Licht bei Gott leuchten.

Dieser stark religiöse Charakter ist heute vielfach in den Hintergrund getreten. Stattdessen ist der Schmuckcharakter stärker betont. Aber auch Grablaternen haben heute manchmal noch eine ganz andere Bedeutung hinzugewonnen. Für viele Angehörige sind sie eine echte Hilfe bei der Bearbeitung ihrer Trauer.

Ans Grab gehen und für den verstorbenen Menschen ein Licht anzünden zu können, kann gerade in der ersten Zeit der Trauer ein hilfreicher Mosaikstein bei der Trauerbewältigung sein. (nh)

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