Landgericht: Nebenklägerin wollte Angeklagten absägen

Freispruch für Rainer Pfeffermann - Gericht glaubt Klägerin nicht

Kassel. Der frühere SPD-Bundestagskandidat Rainer Pfeffermann (44) ist am Mittwoch von der fünften Strafkammer des Kasseler Landgerichts vom Verdacht der sexuellen Nötigung freigesprochen worden. Zumindest in dem Fall, bei dem es um seine frühere Geliebte und Parteifreundin geht.

Lesen Sie auch

Die Staatsanwaltschaft hatte den Ahnataler angeklagt, weil er zwei Frauen sexuell genötigt haben soll. Die fünfte Strafkammer hatte am Morgen diese beiden Verfahren nach 22 Verhandlungstagen voneinander getrennt. Während es im Fall der 45-jährigen Nebenklägerin, die behauptet, von Pfeffermann vor zehn Jahren sexuell genötigt worden zu sein, weitergeht, kam das Gericht im Fall der früheren Geliebten (40) zum Abschluss: Pfeffermann wurde freigesprochen.

Die Frau hatte behauptet, von Pfeffermann am 6. April 2009 in dessen Haus in Ahnatal an die Wand gedrückt und aufgefordert worden zu sein, sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen. Nachdem die Frau erst Wochen später die Spitze der nordhessischen SPD über ihre Vorwürfe informiert hatte, kam das ganze Verfahren gegen Pfeffermann ins Rollen. Am 23. Juli 2009 verzichtete er auf die Bundestagskandidatur.

Die Kammer folgte den Schilderungen der Nebenklägerin nicht. „Das, was die Frau berichtet hat, glauben wir nicht“, sagte der Vorsitzende Richter Jürgen Stanoschek in der Urteilsbegründung. Die Parteifreundin habe sich den Übergriff ausgedacht, um den Kandidaten „abzusägen“. Sie sei enttäuscht gewesen, dass Pfeffermann sie im Fall seiner Wahl nicht mehr als Mitarbeiterin für sein Abgeordnetenbüro habe einstellen wollen. Deshalb habe sie geplant, den früheren Geliebten „abzuservieren“.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.