Gericht: MEG-Chefs müssen 3,4 Millionen Euro zahlen - Neuer Prozess gegen Göker

Kassel. Die Schlinge zieht sich immer mehr zu: Führungskräfte des pleitegegangenen Versicherungsvermittlers MEG müssen jetzt nach Beschlüssen des Kasseler Landgerichts 3,4 Millionen Euro zahlen. Die Summe will eine Krankenversicherung zurück haben.

Sie hatte das Geld als Provisionen vorgestreckt.

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Wie es beim Landgericht heißt, richteten sich die Forderungen gegen sechs ehemalige MEGler. Darunter auch der frühere Boss Mehmet Göker. Auch gegen ihn soll es eine Milionenforderung der Krankenversicherung geben.

Anders als bei seinen drei Mitarbeitern gibt es aber bisher gegen Göker noch kein Urteil. Das Verfahren laufe weiter, so der Sprecher des Landgerichts, Dr. Jürgen Kitzinger.

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Wie jetzt bekannt wurde, hatte die 7. Kammer des Landgerichts bereits im Dezember so genannte Teilversäumnisurteile gegen die drei MEG-Mitarbeiter erlassen. Versäumnisurteile gibt es dann, wenn eine Partei vor Gericht nicht erscheint. Die Urteile, so D. Kitzinger, seien inzwischen rechtskräftig. Zwei ehemalige MEGler wurden zur Zahlung von je einer Million Euro verurteilt, ein weiterer muss 1,4 Millionen zahlen.

Um wen es sich bei den Verurteilten handelt, wollte Kitzinger aus Datenschutzgründen nicht sagen. Nur den Namen Göker dürfe man nennen, weil es um eine Person der Zeitgeschichte handele.

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Mehmet Göker war bereits im Dezember dazu verurteilt worden, an die Allianz-Krankenversicherung 125.000 Euro zu zahlen. Dagegen ist jetzt beim Oberlandesgericht Frankfurt Berufung eingegangen (Az. 15 U 29/10). Wie es weitergeht, ob es zu einer Verhandlung kommt oder nicht, steht noch nicht fest.

In Kassel wird sich Mehmet Göker am 25. Februar vor Gericht verantworten müssen. Dann verhandelt die 7. Zivilkammer des Landgerichts in einem weiteren Fall darüber, ob er erhaltene Provisionen an eine Krankenversicherung zurückzahlen muss.

Von Frank Thonicke

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