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Urteil: Neonazi Bernd T. trotz Haftstrafe vorerst frei

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Kassel. Obwohl der 40-jährige Neonazi Bernd T. am Mittwoch vor dem Kasseler Landgericht wegen Köperverletzung sowie gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden ist, durfte er das Gericht vorerst als freier Mann verlassen.

Die Zehnte Strafkammer hob nämlich den Haftbefehl, der seit Juli 2014 gegen Bernd T. bestand, auf. Es bestehe keine Verdunklungs- und Fluchtgefahr mehr, so der Vorsitzende Richter Jürgen Dreyer. Bernd T., Vorsitzender des Vereins „Sturm 18“, darf nun solange auf freiem Fuß bleiben, bis das Urteil gegen ihn rechtskräftig ist.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Bernd T., der ein Geständnis abgelegt hatte, seine schwangere Freundin im Sommer 2014 unter anderem drei Mal in den Bauch getreten hat. Ursprünglich war deshalb auch ein versuchter Schwangerschaftabbruch angeklagt worden. Dieser Tatbestand sei aber nicht erfüllt. Bernd T. habe offenbar nicht realisiert, dass seine Freundin schwanger ist, als er zugetreten habe.

Zudem wurde er verurteilt, weil er zwei Tage später diese Freundin und eine weitere Frau, die vollwertiges Mitglied bei „Sturm 18“ werden wollte, dazu animierte, eine 16-Jährige bis zur Ohnmacht zu schlagen und mit „Hundespielen“ zu demütigen. (use)

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