Amphetamine, Marihuana und Haschisch

Kiloweise Drogen und Waffen: Dealender Techno-DJ muss nach Haft zum Entzug

Kassel. Zu vier Jahren Haft hat das Kasseler Landgericht am Mittwoch einen 30-jährigen Mann aus Kassel verurteilt, der sich für Drogenhandel verantworten musste.

Der Angeklagte, ein in der Techno-Szene bekannter Discjockey, hatte zwischen Oktober und Dezember 2013 ein Kilo Amphetamin, ein Kilo Marihuana und ein halbes Kilo Haschisch gekauft und gewinnbringend weiterverkauft.

Bei drei Hausdurchsuchungen stießen die Fahnder auf größere Mengen Amphetamin, Kokain, Haschisch, Marihuana, LSD-Trips, Cannabis und Ecstasy-Tabletten. Außerdem auf Waffen: eine Gaspistole in einem Rucksack im Tonstudio des Angeklagten sowie Schlagring, Schlagstock und zwei Messer in der Wohnzimmerschublade seiner Wohnung.

Weil, wie Richter Dr. Butenuth ausführte, „Drogen und Waffen in einem Raum immer einen Tatzusammenhang darstellen“, musste das Gericht das Strafmaß empfindlich nach oben schrauben.

Offenen Blickes nahm der Angeklagte sein Urteil entgegen, nickte immer wieder sichtlich reumütig. Schon aus der U-Haft heraus hatte er einen Antrag auf eine Entzugstherapie gestellt. Er wolle „einen Schnitt“ machen, wegkommen von seinem alten Leben, eine Ausbildung nachholen, aus Kassel wegziehen. Sein „altes Leben“, damit meinte der 30-Jährige den Zusammenhang von elektronischer Musik, seinem DJ-Job, seinem eigenen Konsum von Amphetaminen und seinen Drogendeals. Die „Partydrogen“ habe er „für seine Freunde besorgt“, wie er sagte, für Feiern und um Spaß zu haben. Das nahm Staatsanwalt Karl-Heinz Ernst dem Angeklagten so nicht ab, rechnete ihm einen Drogenumsatz von 12.000 Euro vor. Als Discjockey habe er eine Vorbildfunktion für die Discobesucher gehabt, die er für seinen Drogenumsatz missbraucht habe, so der Vorwurf. Als strafmindernd wertete das Gericht, dass der Angeklagte zuvor straffrei war und alle Taten gestanden hatte. Auch die Kronzeugenregelung kam dem 30-Jährigen zugute, da er seinen Drogenlieferanten genannt hatte.

Das Gericht folgte der Empfehlung eines Psychiaters, dem Angeklagten eine Drogentherapie mit dem Fokus auf einer beruflichen Ausbildung aufzuerlegen. Nach inzwischen fünf Monaten in U-Haft muss er noch vier Wochen absitzen, kann dann eine 18-monatige Therapie antreten. „Das ist jetzt Ihre Chance“, appellierte der Vorsitzende Richter. Wenn er dabei gut mitmache, brauche er den Rest der vier Jahre Haft nicht abzusitzen. (ptr)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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