Winfried Speitkamp hat seine Kandidatur zurückgezogen

Präsidentenwahl der Uni Kassel: Ute Clement steht jetzt allein zur Wahl

Porträtfoto der Vizepräsidentin der Uni Kassel Prof. Dr. Ute Clement
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Prof. Dr. Ute Clement

Winfried Speitkamp hat seine Bewerbung für das Präsidentenamt der Universität Kassel zurückgezogen. Der 62-Jährige will Präsident der Bauhaus-Universität Weimar bleiben. Damit ist nur noch eine Kandidatin im Rennen.

Kassel - Die Universität Kassel wird aller Voraussicht nächstes Jahr eine Präsidentin bekommen. Nach dem Rückzieher von Winfried Speitkamp ist nunmehr Ute Clement die einzige Kandidatin für die Wahl im Januar. Wie berichtet, tritt der amtierende Präsident Reiner Finkeldey nicht erneut an. Wir beantworten Fragen zur Präsidenten- oder besser: Präsidentinnenwahl.

Warum hat Winfried Speitkamp seine Kandidatur zurückgezogen?

Offenbar hat man in Weimar, wo er seit 2017 Präsident der Bauhaus-Universität ist, auf den 62-Jährigen eingewirkt, zu bleiben. Er habe seine Kandidatur in Kassel nach „intensiven internen Gesprächen“ zurückgezogen, teilte Speitkamp in einer Erklärung mit, die er am Mittwoch in Weimar hochschulintern verbreitet hatte. Die Bauhaus-Universität sei ihm „außerordentlich wichtig“.

Die Hochschule stehe vor großen Chancen, auch im Blick auf das jüngst von der EU-Kommission proklamierte „Europäische Bauhaus“. Er wolle sich weiter mit ganzer Kraft für die Bauhaus-Universität und ihre Ziele einsetzen, so Speitkamp.

Und was sagt Speitkamp zu Kassel?

Er sei der der Universität Kassel persönlich eng verbunden, formulierte Speitkamp, der hier von 2010 bis 2017 Professor für Neuere und Neueste Geschichte war. Bereits 2015 hatte er für das Präsidentenamt in Kassel kandidiert. Bei der Wahl hatte sich Prof. Finkeldey knapp durchgesetzt. Die erneute Nominierung als Kandidat ehre ihn, sagte Speitkamp. Er verstehe sie auch als „Auszeichnung für die Arbeit der Bauhaus-Universität Weimar“.

Was bedeutet der Rückzug des Kandidaten für die Wahl?

Die Wahl kann wie geplant am 27. Januar stattfinden, ebenso wie die hochschulöffentliche Anhörung am 13. Januar – mit dem Unterschied, dass sich nur noch Ute Clement vorstellen wird. Clement und Speitkamp waren von einer Findungskommission unter allen Bewerbern als Kandidaten für die Wahl nominiert worden. Ein Nachrücken anderer Kandidaten sei nach dem Rückzug nicht vorgesehen, teilte der Wahlvorstand der Uni Kassel mit. Präsidentenwahlen mit nur einem Kandidaten seien rechtskonform.

Wie reagiert Ute Clement auf die Situation?

Sie sei überrascht von der Nachricht gewesen, sagte Clement gegenüber der HNA: „Ich hätte nicht erwartet, dass sich ein Kandidat zu so einem späten Zeitpunkt des Verfahrens zurückzieht.“ Zwar sei die Ausgangslage verändert, sagt Clement: „Aber der Senat hat nach wie vor die Wahl.“ An ihren Plänen ändere der Rückzug des Mitbewerbers nichts. Sie werde in den kommenden Wochen innerhalb der Universität das Gespräch suchen. Ob es die neue Situation da einen Unterschied macht? „Vielleicht geht es jetzt weniger um Bühne, sondern mehr um wirkliche Kommunikation.“

Welche Hürden hat die alleinige Kandidatin jetzt noch?

Sie muss im 34-köpfigen Erweiterten Senat, dem Wahlgremium, eine absolute Mehrheit erringen. Da es nun keine Konkurrenz mehr gibt, dürften ihre Chancen für eine Wahl gut stehen – zumal Clement als Vizepräsidentin bereits seit 2015 in der Hochschulleitung tätig ist. Neben Clement gibt es zwei weitere Vizepräsidenten (Arno Ehresmann und René Matzdorf).

Wäre Clement die erste Frau im Präsidentenamt?

Nein, sie wäre die zweite Präsidentin in Kassel. An der 1971 gegründeten Gesamthochschule stand als Erstes eine Frau an der Spitze: Gründungspräsidentin war Vera Rüdiger. Danach folgten ausschließlich Männer: Ernst-Ulrich von Weizsäcker, Franz Neumann, Hans Brinckmann, Rolf-Dieter Postlep und Reiner Finkeldey. (Katja Rudolph)

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