Brunnenanlage beschädigt - Verwaltung hat Jugendliche in Verdacht, die bereits negativ aufgefallen sind

Vandalen auf dem Friedhof

Vandalismus: Jörg Ickenstein (Friedhofsverwaltung) hat die Weltkugel aus Kupfer in der Hand, die am Wochenende von der Brunnenanlage abgeknickt worden ist. Foto:  Pflüger-Scherb

Kassel. Vandalismus auf dem Hauptfriedhof: Unbekannte haben am vergangenen Wochenende einen Brunnen beschädigt. Am Montagmorgen entdeckten Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung im Gebüsch eine abgebrochene Weltkugel aus Kupfer, die von einem Pfeil durchbohrt wird. Die Kugel ist von einer Brunnenanlage in Abteilung 26 abgebrochen worden. „Die Täter haben anschließend offenbar damit Fußball gespielt“, sagt Jörg Ickenstein, Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung.

Kein Respekt

In Verdacht hat er vier bis sechs Jugendliche, die sich öfter in diesem Bereich des Friedhofs in der Nordstadt aufhalten und ungebührlich verhielten. Es handele sich um Jugendliche, sagt Ickenstein, denen „offenbar der Respekt vor christlichen Friedhöfen fehlt“.

Ickenstein berichtet, dass die Gruppe, die sich meistens ab 16 Uhr an den Bänken treffe, auch schon durch lautstarke Gespräche Urnenbeisetzungen gestört hätte. „Es würde doch keiner etwas dagegen sagen, wenn die hier sitzen und sich einfach nur unterhalten würden.“ Wenn man auf die Jugendlichen zugehe und mit ihnen sprechen wolle, sei die Reaktion nicht erfreulich: „Die stellen sich vor einen hin und lachen einen aus.“ Jüngst hätten die Jugendlichen auch mit dem Elektro-Taxi gespielt, das für die Beförderung älterer und gehbehinderter Menschen auf dem Friedhof gedacht ist. Ickenstein hat wegen des Brunnens Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet.

Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch beziffert diesen Vandalismusschaden mit 600 Euro. Vor zwei bis drei Jahren sei derselbe Brunnen schon einmal beschädigt worden. Im Großen und Ganzen habe sich die Lage aber auf den Friedhöfen verbessert, sagt Jungnitsch. „Wir hatten eine Zeit, in der auf Friedhöfen nichts aus Metall sicher war.“

20 Brunnen beschädigt

An diese Zeit, den Winter 2008/2009 erinnert sich Jörg Ickenstein nur ungern. Im vorletzten Winter seien insgesamt 20 Brunnen auf Kasseler Friedhöfen von Dieben heimgesucht worden. Auf die Kupferrohre hatten es die Täter abgesehen. Am Mausoleum wurden damals Dachrinnen und Fallrohre abgeschraubt. Ein kulturhistorischer Verlust sei der Diebstahl eines Bischofsstabes gewesen, der seit 150 Jahren von einer Bronzefigur auf einer Grabstätte gehalten wurde. Bis zu 8000 Euro habe es die Friedhofsverwaltung gekostet, um alle Schäden zu beseitigen und die Brunnen wieder instand zu setzen. Daher ist Ickenstein froh, dass die Preise für Schrott in den Keller gegangen sind und der Kupferdiebstahl sich derzeit nicht mehr lohnt. Um gegen den Vandalismus vorzugehen, hat die Friedhofsverwaltung einen Wachdienst beauftragt, der nach 16 Uhr mehrmals in der Woche das Areal kontrolliert. Dieser Dienst habe auch bestimmte Gräber im Blick, auf denen bereits mehrfach der gesamte Grabschmuck entwendet worden ist.

Die Kasseler Polizei setzt zudem auf Hinweise von Friedhofsbesuchern unter Tel. 05 61/9100.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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