Nächtliche Randalierer verursachen Extra-Ausgaben

Geschäftsleute am Entenanger frustriert: Vandalen zerstören Laden-Dekoration

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Dana Bancarzewski von Dana-Moden hat schon viel Geld in Dekoration investiert. Ihre Blumenkübel werden immer wieder zerstört.

Kassel. Dana Bancarzewski ist enttäuscht, traurig und auch ein bisschen wütend: Immer wieder muss sie montagmorgens, wenn sie in ihr Modegeschäft am Entenanger geht, feststellen, dass Vandalen nachts ihre Laden-Dekoration zerstört haben.

Modische Terrakotta-Blumenkübel hatte sie gekauft und bepflanzt. Mehr als einmal, denn Unbekannte werfen ihre Verschönerungen immer wieder um, reißen die Pflanzen heraus, werfen mit Pflanzerde und Kies um sich. 120 Euro investiere sie pro Kübel. „Die halten sich drei Wochen, dann sind sie wieder kaputt, es ist frustrierend.“

Nur winzige Buchsbaumpflänzchen hat Dana Bancarzewski jetzt in ihre Kübel gepflanzt und die Wurzeln mit Draht befestigt. Einige Ladeninhaber am Entenanger ketten ihre Blumenkübel an. Der Inhaber eines Wohntextilgeschäfts hat sogar Stacheldraht in seine Kübelbepflanzung eingeflochten, um Vandalen davon abzuhalten, hineinzugreifen und Pflanzen herauszureißen.

„Es ist eine Schande und es macht uns das Wirtschaften schwer“, sagt Dana Bancarzewski. Sie hat hier vor drei Jahren ihr Geschäft Dana-Moden eröffnet und sei glücklich darüber, sich in dieser Zeit einen festen Kundenstamm erarbeitet zu haben. „Ich will nicht aufgeben, ich will ja, dass es schön aussieht.“

Viele inhabergeführte Läden

Der Entenanger sei schließlich eines der letzten Zentren mit inhabergeführten Fachgeschäften. Doch nachts, nach Kneipenschluss, verwandele sich das Quartier, das tagsüber so einladend ist, in eine „ganz üble Ecke“, sagt Bancarzewski.

Auch Ortsvorsteher Patrick Hartmann bestätigt das: Am Wochenende kommt es öfter vor, dass angetrunkene Passanten auf dem Weg von der Disko oder von der Kneipe nach Hause Unfug und Schaden anrichten. Er fügt hinzu: „Vielleicht nicht in dem Ausmaß wie anderswo in der Innenstadt.“ Nach seinen Beobachtungen kontrollierten viele Polizeistreifen das Quartier, was bereits zu einer Beruhigung geführt habe.

Aus Sicht der Polizei sei der Entenanger nicht „besonders auffällig“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. „Er ist für uns kein Brennpunkt in der Stadt.“ Entscheidend sei für die Polizei aber, dass alle Fälle von Vandalismus auch angezeigt werden. „Sonst können wir keine Brennpunkte feststellen und auch nicht reagieren.“ (chr)

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