Unbekannte zerstörten mehrere Bäume und nutzten sie als Brennholz für ein Lagerfeuer im Park

Vandalismus in der Karlsaue

Das Ende eines Baums: An dieser Stelle stand die Buche, die zur Geburt der Zwillinge eines Ehepaars gespendet wurde. Foto: Graf/nh

Kassel. In der Karlsaue vor dem Ehrenmal ist vermutlich am Wochenende eine ausgiebige Feier ausgeartet. Mehrere Personen haben versucht, ein Lagerfeuer zu entfachen und dafür einige der umstehenden Bäume als Brennmaterial genutzt. „Es ist eine Schande, wie mit diesem schönen Park umgegangen wird.“

Das sagt Philipp Hankel, Bereichsleiter Parkpflege der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). „Anscheinend ist hier unter starkem Alkoholeinfluss bei einigen eine Sicherung durchgebrannt.“

Die Parkangestellten fanden am Montag auf der Wiese vor dem Ehrenmal zehn Flaschen Wodka um ein abgebranntes Lagerfeuer. Ein frisch gepflanzter Kirschbaum wurde samt Ballen 50 Meter geschleppt und angekohlt, drei weitere Bäume wurden abgebrochen, die Pfähle, an denen sie befestigt waren, herausgerissen. Alle vier Bäume gehören zu seltenen Sorten und sind dementsprechend teuer. „Besonders traurig ist die Zerstörung einer Buche mit zwei Trieben, die von einem Ehepaar gestiftet wurde, um die Geburt ihrer Zwillinge zu feiern“, sagt Hankel.

25 000 Euro Schaden im Jahr

Der finanzielle Schaden, den er auf 4000 Euro beziffert, ist die eine Sache. „Viel schlimmer ist es, dass der Park, der für viele Menschen ein Erholungsort ist und in den wir sehr viel Liebe und Arbeit stecken, so schlecht behandelt wird“, sagt Hankel. Nicht nur zerstörte Bäume und verstreuter Müll belasten dabei den Park, oft müssen sich die Gärtner um beschädigte Parkbänke oder Schmierereien auf Denkmälern kümmern. Pro Jahr entstehen der Parkverwaltung so Kosten von 25 000 Euro. Im Sommer muss ein zusätzlicher Arbeiter eingestellt werden, der den ganzen Tag damit beschäftigt ist, achtlos weggeworfenen Müll einzusammeln. „Wir würden dieses Geld und unsere Mitarbeiter lieber dafür einsetzen, wozu sie eigentlich da sind: den Park nicht nur instand zu halten, sondern auch weiter zu verschönern.“

Hankel hofft auf die Hilfe der Parkbesucher, um den Vandalismus einzudämmen. „Wenn jemand beobachtet, wie im Park Bäume, Bänke oder Beete zerstört werden, sollte sofort die Polizei gerufen werden.“ Nur so könne man die Täter schnell erwischen, da die Parkmitarbeiter nicht überall sein können.

Von Martin Graf

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