Jugendschutzkammer glaubt Aussage der Tochter

Vater in Haft: Sechs Jahre für Missbrauch

Kassel. Zu sechs Jahren Haft wegen schweren sexuellen Missbrauchs in einem Fall und sexuellen Missbrauchs in 383 Fällen sowie sexuellen Missbrauchs einer Schutzbefohlenen ist am Donnerstag ein 49-Jähriger vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts Kassel verurteilt worden.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Mann aus Kassel zwischen den Jahren 2007 bis 2011 regelmäßig an seiner adoptierten Stieftochter vergangen hat.

Zudem ordnete das Gericht einen Haftbefehl an. Es bestehe Fluchtgefahr, begründete der Vorsitzende Richter Jürgen Dreyer diese Entscheidung. Der Mann sei von seiner Ehefrau und den Kindern getrennt, habe nur einen befristeten Arbeitsvertrag, und eine Schwester von ihm lebe in Kanada.

Verteidiger Marcus Mauermann kündigte an, Revision gegen das Urteil einzulegen. Sein Mandant hatte die Taten bestritten und behauptet, seine mittlerweile 17-jährige Stieftochter habe sich das alles nur ausgedacht, weil sie ihn nicht leiden könne und gewollt habe, dass sich seine Frau von ihm trenne.

Davon geht die Strafkammer allerdings nicht aus. Man habe während der Verhandlung kein Motiv für eine Falschbelastung festgestellt, so Dreyer. Zudem habe die Zeugin eine „hohe Aussagekonstanz“ bewiesen. Auch habe es auch keine Hinweise dafür gegeben, dass Dritte auf das Mädchen eingewirkt hätten, um ihren Stiefvater mit einer Falschaussage zu belasten.

Das Mädchen hatte sich erst im Jahr 2013 ihrer Mutter, die noch zwei gemeinsame jüngere Kinder mit dem Angeklagten hat, anvertraut. Dieser Zeitpunkt war für das Gericht schlüssig, da das Opfer seine jüngere Schwester schützen wollte. Die hatte nämlich 2013 das Alter erreicht, bei dem der Missbrauch bei der älteren Schwester begonnen hatte.

Rubriklistenbild: © dpa

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