Den "Vöner" gibt es seit 2014

Veganer Imbiss "Zum glücklichen Bergschweinchen" in Kassel vor dem Aus: Mietvertrag gekündigt

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Muss ihren beliebten Imbiss Ende Mai räumen: Anne Bringmann, Inhaberin des veganen Döner-Lokals „Zum glücklichen Bergschweinchen“ in der Nordstadt. Die Gastronomin will nach der Schließung übergangsweise mit einem Imbisswagen weitermachen.

Kassel. Seit 2014 gibt es an der Holländischen Straße in Kassel einen komplett veganen Döner. Doch damit ist bald Schluss, denn der Vermieter hat den Vertrag mit dem Imbiss "Zum glücklichen Bergschweinchen" gekündigt.

Komplett veganer Döner, genannt „Vöner“ – das gibt es seit Januar 2014 an der Holländischen Straße in Anne Bringmanns Imbiss „Zum glücklichen Bergschweinchen“. Doch nicht mehr lange. Denn der Vermieter, Stadthonig-Imker Victor Hernández, hat den Vetrag mit Bringmann zum 31. Mai gekündigt. Die Zukunft des veganen Döners in Kassel ist ungewiss.

Weitermachen will die 48-jährige Bringmann in jedem Fall. Erst kürzlich habe sie sich einen neuen Imbisswagen angeschafft. Der war zwar ursprünglich nur für den Straßenverkauf bei Stadtfesten und Festivals vorgesehen, könnte aber zumindest übergangsweise zu Bringmanns beruflichem Zuhause werden. Denn auch einen mobilen Standort mit Verkauf aus ihrem Wagen heraus könne sie sich vorstellen.

Über 100 Gäste pro Tag

Ziel ist es aber, möglichst bald neue Räume für ihren Laden zu finden – am liebsten wieder in der Nordstadt und in der Nähe der Uni. Aber: „Viele Möglichkeiten gibt es nicht, und es ist auch eine Geldfrage.“ Zwar laufe der Laden mit durchschnittlich 100 bis 150 Gästen pro Tag und einem monatlichen Umsatz von über 10.000 Euro gut, aber eine geeignete Ladenfläche für einen ähnlichen Preis wie bisher zu finden, sei nicht leicht. An der Holländischen Straße zahle sie derzeit 650 Euro Kaltmiete pro Monat. Sollte sie eine geeignete Immobilie in einem anderen Stadtteil finden, wäre Bringmann aber auch bereit, die Nordstadt zu verlassen. „Mitte oder die Südstadt sind für mein Ladenkonzept auch interessant.“

Ein interessantes Konzept wünscht sich Vermieter Hernández auch für Bringmanns Nachfolge. Der Inhaber der Stadthonig-Imkerei, die direkt neben dem „Bergschweinchen“ ist, hatte den Gebäudeteil, in dem der Vöner zubereitet wird, im Spätherbst vergangenen Jahres erworben. An der Miete und den Vertragsmodalitäten habe er seitdem nichts geändert. Doch er habe festgestellt, dass in den Räumen Sanierungsbedarf bestünde, um einen „Grundstandard wieder herzustellen“. Weiter wollte sich Hernández auf Nachfrage unserer Zeitung nicht zu den Gründen für die fristgerechte Kündigung äußern.

Direkt nach Ende des Mietverhältnisses mit Bringmann wolle er Anfang Juni mit den Erneuerungsarbeiten beginnen. Noch im Sommer solle nach Möglichkeit ein neuer Mieter gefunden werden, der ein Gewerbe in den Räumen betreiben möchte, das in den Stadtteil passt.

Was das sein könnte? Auf jeden Fall keine Spielothek und auch kein Nagelstudio oder Friseur. Davon gebe es in der Stadt genug. Hernández könne sich erneut ein alternatives gastronomisches Angebot vorstellen, dass sich an ein vegetarisches oder veganes Publikum richtet. Auch einen Bio-Markt, eine kleine Rösterei, ein Café oder eine alternative Bar stünde den Räumen seiner Ansicht nach gut zu Gesicht.

Ob und wenn ja wo es dann in Kassel wieder veganen Döner geben wird, wissen zum jetzigen Zeitpunkt weder er noch Anne Bringmann.

2014 wurde der Imbiss eröffnet

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