Busse und Bahnen fahren Donnerstag doch

Warnstreik in Kassel am Mittwoch und Donnerstag am Klinikum

Klinikum Kassel
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Die GNH hat im Geschäftsjahr 2019 ein Defizit von 11,2 Millionen Euro verbucht. Die GNH hat im Geschäftsjahr 2019 ein Defizit von 11,2 Millionen Euro verbucht. 

Nach den Pendlern müssen sich nun Patienten am Klinikum auf Einschränkungen einstellen: Die Gewerkschaft Verdi hat die Tarif-Beschäftigten der GNH zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. 

Dadurch läuft der Betrieb in dem Krankenhaus an der Mönchebergstraße am Mittwoch und Donnerstag, 14. und 15. Oktober, nicht wie gewohnt.

Betroffen sind laut Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) vor allem das Klinikum Kassel, die Ökomed GmbH und das Reha-Zentrum. Gemeinsam mit Verdi habe man sich auf einen Notdienst und eine Mindestbesetzung verständigt, sodass die Versorgung der Patienten auch an den beiden Streiktagen sichergestellt werden kann, teilte das Klinikum am Montag mit.

Über die Verschiebung von planbaren Behandlungen werden die Patienten – sofern möglich – bis Streikbeginn informiert. Alle notwendigen Therapien, wie zum Beispiel Dialysebehandlungen und Chemotherapien werden laut GNH auch am Mittwoch und Donnerstag möglich sein. Auch die Kreißsäle sind mit Hebammen besetzt.

Das Klinikum weißt dennoch daraufhin, dass es durch die Mindestbesetzung in bestimmten Bereichen zu Einschränkungen in den Abläufen kommen kann. Bei Fragen zu ihren Behandlungen können sich Patienten an die jeweiligen Abteilungen wenden. Allgemeine Anfragen beantwortet die Zentrale Information des Klinikums, die unter der Telefonnummer 0561/980-0 erreichbar ist.

Verdi plant derweil an den beiden Tagen verschiedene Aktionen: Am Mittwoch wird es zwischen 8 und 8.30 Uhr eine Kundgebung im Nordstadtpark geben. Anschließend ist für 10 Uhr eine Menschenkette um das Klinikum geplant, so Verdi-Gewerkschaftssekretärin Heike Grau. Am Mittwoch soll es dann eine Fahrrad-Demo vom Klinikum in die Innenstadt geben. Geplant ist dort ein kurzer Stopp auf dem Königsplatz. Die GNH hatte sich zuvor wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen und dem Schutz der Patienten sowie der Beschäftigten gegen eine Kundgebung auf dem Klinikgelände ausgesprochen. Dort gelten wegen der Pandemie Besucherregelungen und Zutrittsbeschränkungen.

Hintergrund für den zweitägigen Warnstreik ist der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen. Die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Beamtenbund fordern für die etwa 2,3 Millionen Beschäftigten unter anderem eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens aber um 150 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zwei erste Verhandlungsrunden sind ergebnislos zu Ende gegangen. Am 22. und 23. Oktober steht die dritte Verhandlungsrunde an. Die Arbeitgeber haben dafür ein Angebot angekündigt.

In den vergangenen Wochen gab es bereits in mehreren Städten in Mittel- und Südhessen sowie in weiteren Bundesländern Warnstreiks in Verwaltungen und Krankenhäusern, Nordhessen war bisher nicht betroffen. Das wird sich mit dem Streik Mittwoch und Donnerstag ändern.

Kämpferisch: Verwaltungsmitarbeiter trafen sich in den vergangenen Tagen zu sogenannten „Kämpferischen Mittagspausen“.

„Verärgerung der Beschäftigten steigt“: Warnstreiks drohen nun auch in Kassel

Artikel vom 10. Oktober: Nach zwei Warnstreiks im Öffentlichen Nahverkehr in den vergangenen beiden Wochen drohen in Stadt und Kreis Kassel nun auch Arbeitsniederlegungen in Verwaltungen und Krankenhäusern. In den vergangenen Tagen haben sich Beschäftigte der Stadtverwaltung Kassel und des Landkreises bereits zu sogenannten „Kämpferischen Mittagspausen“ an mehreren Standorten der Stadtverwaltung getroffen.

Die Verhandlungen

Hintergrund für diese Treffen ist der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen. Die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Beamtenbund fordern für die etwa 2,3 Millionen Beschäftigten unter anderem eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens aber um 150 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zwei Verhandlungsrunden sind erfolglos zu Ende gegangen. Am 22. und 23. Oktober steht die dritte Verhandlungsrunde an.

Die Warnstreiks

Bisher gab es bereits in mehreren Städten in Süd- und Mittelhessen sowie in weiteren Bundesländern Warnstreiks in Verwaltungen und Krankenhäusern, Nordhessen war nicht betroffen. Das wird sich nun womöglich ändern: „Nach anfänglichem Zögern steigt bei den Beschäftigten allenthalben die Verärgerung und Wut über die Haltung der Arbeitgeber“, so Gisela Horstmann, Gewerkschaftssekretärin von Verdi Nordhessen. Den Beschäftigten Beifall zu klatschen und sie in Sonntagsreden für ihren Einsatz zu loben, reiche nicht aus.

Die Arbeitgeber haben bereits ein Angebot für die nächste Verhandlungsrunde angekündigt. Von dessen Inhalt macht die Gewerkschaft ihre weitere Vorgehensweise abhängig, teilte sie am Freitag mit. Die „Kämpferischen Mittagspausen“ seien eine erste Aktion und der Anfang der Arbeitskämpfe in Nordhessens, sagt Horstmann. „Außerhalb der Arbeitszeit in der Mittagspause dienen diese Aktionen zur Diskussion der aktuellen tarifpolitischen Situation und Mobilisierung der Beschäftigten.“

Der ÖPNV

Stand Freitag sollte in Kassel auch in dieser Woche wieder im Öffentlichen Nahverkehr gestreikt werden. Laut Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) seien erneut Bus- und Bahnfahrer zur Arbeitsniederlegung aufgerufen worden – diesmal nicht wie zuletzt am Dienstag, sondern am Donnerstag. Am Montag (12.10.2020) folgte die Information, dass Verdi den Streik ausgesetzt hat.

Anders als in den beiden vergangenen Wochen werden also auch an dem Tag Busse und Bahnen der KVG in Kassel sowie nach Vellmar, Baunatal und im Lossetal fahren. Auch die Regiotrams fahren dann nicht nur ab Hauptbahnhof ins Umland, sondern normal in der Stadt. (Von Marie Klement)

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