Anregungen fürs Navigieren

350 Veranstaltungen locken zur Museumsnacht in Kassel

Anziehungspunkt: Das Fridericianum in der Kasseler Innenstadt zieht jedes Jahr zur Museumsnacht eine Vielzahl an Besuchern an. Prächtig illuminiert, ist es selber ein häufig fotografiertes Schmuckstück. Archivfoto: Schachtschneider/nh

Kassel. Am Wochenende lockt die Kasseler Museumsnacht. 350 Veranstaltungen sind in dem Programmheft aufgelistet. Wir geben ein paar Anregungen fürs Navigieren durch die Nacht.

Eine Woche, in der es mit der Eröffnung der Grimmwelt auf dem Weinberg am Freitag ein Kultur-Ereignis der Sonderklasse gibt, findet mit der Museumsnacht am Samstag, 5. September, ihren fulminanten Abschluss.

Den tausenden erwarteten Besuchern wird auch in diesem Jahr wieder ein Feuerwerk an Veranstaltungen geboten. Vor 16 Jahren hatten die Museen, Ausstellungshäuser und Galerien in Kassel zum ersten Mal zur Museumsnacht eingeladen.

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Mehr als 45 Museen, Galerien und andere Kasseler Kultureinrichtungen haben auch für dieses Mal Erlebnisprogramme vorbereitet, bei denen Familienfreundlichkeit und Entdeckerfreude im Mittelpunkt stehen. 350 Einzelveranstaltungen führt das Programmheft in diesem Jahr auf. In der Zeit von 17 bis 1 Uhr können Besucher sie erleben. Das 9 Euro teure Museumsnacht-Tickets, ist gleichzeitig Fahrkarte für Busse und Bahnen.

Herausragend in der Fülle des Programms ist die Grimmwelt auf dem Weinberg, die nach der Eröffnung am Tag zuvor erstmals von der Öffentlichkeit besichtigt werden kann. Aus Sicherheitsgründen dürfen aber immer nur 400 Menschen gleichzeitig das Haus besuchen.

Auch das Jubiläum „60 Jahre documenta“ steht im Mittelpunkt. Spielorte sind dafür unter anderem die Neue Galerie, das Fridericianum und das documenta-Archiv.

Darüber hinaus wird eine Vielfalt geboten, die gewiss jeden Geschmack bedient. Das Angebot reicht von Feuerjonglage-Shows auf der Löwenburg über die aktuelle Ausstellung im Fridericianum „Marcel Broodthaers“ bis hin zur Fledermaus-Exkursion, die das Naturkundemuseum anbietet.

Für Kinder gibt es wieder die Museumsrallye: Sieben Museen in der Innenstadt haben für die Zeit von 17 bis 20 Uhr ein Forscherspiel für Kinder organisiert. Wer alle Aufgaben löst, kann am Ende etwas gewinnen.

Für die Pausen beim Kulturbummel sorgt Kassel Marketing auf dem Friedrichsplatz, vor der Orangerie und beim Schloss Wilhelmshöhe für gastronomische Bewirtung und ein Musikprogramm. Eine weitere Bühne mit Bewirtung gibt es am Kulturbahnhof, organisiert von den dortigen Kulturschaffenden.

Sein persönliches Museumsnacht-Programm kann man sich auf der Website www.museumsnacht.de zusammenstellen. Man kann verschiedene Suchkriterien wie Uhrzeit, Spielort, Interessensgebiete und freie Begriffe miteinander verknüpfen, um sich einen individuellen Plan zu machen. Außerdem gibt es die kostenfreie Museumsnacht-App. Sie hat den Vorteil einer Navigationsfunktion auf dem Stadtplan samt Fahrplan-Anbindung an die nächsten Busse und Bahnen.

Kunst im Kasten

Schüler der Grundschule Bossental beschäftigten sich im Rahmen einer Kunst-AG und in Zusammenarbeit mit der Museumspädagogik der Museumslandschaft Hessen Kassel ein Schulhalbjahr lang unter dem Aspekt „Kunst und Natur“ mit documenta-Arbeiten in Kassel. Sie interpretierten die Kunstwerke, die sie betrachteten, und stellten unter Anleitung des Bildhauers Christof Kalden Guckkästen her, die selber kleine Kunstwerke geworden sind. Diese Sicht auf Kunst mit Kinderaugen ist zur Museumsnacht in der Neuen Galerie, Schöne Aussicht, zu sehen.

Hochkarätiger Cranach

Eine Ausstellung der Spitzenklasse ist zurzeit als Sonderausstellung im Schloss Wilhelmshöhe zu sehen: „Cranach im Dienst von Hof und Reformation“. Zu betrachten sind in einer einmaligen Schau hundert Exponate aus dem In- und Ausland, darunter Leihgaben aus Madrid, Kopenhagen und Prag. Der Hofmaler Lucas Cranach d. Ä. (1472 - 1553) zählt zu den produktivsten Künstlern der Renaissance in Deutschland.

Junge Kunst am Weinberg

Wärmstens zu empfehlen ist das Eintauchen in die Galerienszene am Weinberg in der Südstadt. Unter anderem gibt es dort junge Kunst aus Kassel zu sehen: So zeigt die Galerie Rasch verblüffende Zeichnungen von Flavio Apel. In der Galerie Petschelt ist ab 18 Uhr Marlon Middeke mit „I am Art“ präsent. Seine erste öffentliche Performance machte Middeke an der Seite des Hundes Human in Pierre Huyghes documenta-13-Beitrag „Untilled“.

Autsch! Hier wird tätowiert

Im Museum für Sepulkralkultur, Weinbergstraße 25 -27, gibt es nicht nur Führungen durch die aktuelle Ausstellung „Buy now, die later“ zum Thema Tod und Mode (Familienführungen ab 17 und 19 Uhr und ab 18.30 Uhr zu „Tod und Mode“), sondern auch Live-Aktionen. Von 20 bis 24 Uhr tätowieren Künstler aus dem Kasseler Tattoo-Studio Jenny B. Museumsnacht-Besucher. Außerdem tritt der Comedian „Der Tod“ auf, ab 20, 22 und 24 Uhr.

Mit Architekten auf Sand bauen

Zum hemmungslosen Spielen laden die BDA-Architekten und das Kasseler Architekturzentrum ein. Das Motto im KAZ im Kulturbahnhof, Rainer-Dierichs-Platz, lautet: Sandkastenträume. Kleinen und großen Baumeistern stehen Tonnen von Sand zum Bauen mit Sand auf Sand zur Verfügung. Die fantastischen, einzigartigen und vergänglichen Bauwerke werden fotografisch dokumentiert und in einer wachsenden Ausstellung den Besuchern präsentiert.

Wasserspiele: Zum letzten Mal in diesem Jahr sprudelt’s bunt

Zum letzten Mal in diesem Jahr finden zur Museumsnacht im Bergpark Wilhelmshöhe die beleuchteten Wasserspiele statt. Ab 21 Uhr nimmt das Wasser seinen Lauf vom Herkules über die Kaskaden. Gegen 22 Uhr kann man dann im Schlossteich die 50 Meter hohe Fontäne bestaunen. Für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen gibt es einen Kleinbus-Shuttle mit Pendelverkehr etwa alle 15 Minuten. Erste Fahrt ab Parkplatz Ochsenallee 16 Uhr, letzte Fahrt ab Löwenburg 1 Uhr.

Info: Ticket kostet 9 Euro, Tram inklusive

Das Museumsnacht-Ticket kostet 9 Euro und beinhaltet freie Fahrten in Bussen und Bahnen. Es gibt zahlreiche ÖPNV-Zusatzangebote.

 Das Programm ist in allen Museen und Kultureinrichtungen erhältlich. Die Website www.museumsnacht.de ist für Endgeräte aller Art praktikabel. Eine Museumsnacht-App ist zudem kostenfrei in den App-Stores für Android, Apple und Windows Phone verfügbar.

Während der Museumsnacht wird auf den Parkplätzen im Bergpark (Schloss Wilhelmshöhe und Parkplatz Herkules) die gebührenpflichtige Parkzeit geändert. Am Samstag sind von 13 bis 0 Uhr Parkgebühren sind zu entrichten. Das Park-Kombiticket für 7 Euro gilt am Geltungstag des Parkscheins für maximal sieben Insassen eines Autos für die Buslinie 23 zum Herkules und zurück.

Rundgang mit Tipps aus der Redaktion

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