Prinz Pi & Sebastian Pufpaff & Vicente Patíz 

Ausgehtipps für Nordhessen: Sozialkritisch, melodisch und mörderisch

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Ist auf seiner „Nichts-war-umsonst”-Tour in Baunatal zu erleben: Prinz Pi (Friedrich Kautz). 

Sozialkritischer Rap, digitale Legebatterien, Kunst, die der Ausgrenzung trotzt, umwerfende Weltmusik mit einer Prise Jazz und vieles mehr sind unsere Ausgehtipps für dieses Wochenende. 

Das finden Sie hier: Rap mit Prinz Pi in Baunatal | Kabarettist Sebastian Pufpaff gastiert in Vellmar | Neue Ausstellung „Kunst trotz(t) Ausgrenzung" in Kassel | Yvonne Mwale verbindet Weltmusik mit Jazz | Stadtführung mit Gruseleffekt in Melsungen | Die Kleine Bühne 70 zeigt „Party für eine Leiche" | Die Show "Dance Masters" mit irischem Stepptanz und irischer Musik in Eschwege |  Lange Nacht der jungen Literatur und Musik in Kassel | Saitenzauber mit Vicente Patíz | Johannes Wieland und Tom Weinberger zeigen modernes Tanztheater am Staatstheater Kassel | Klavierabend mit Stephan Imorde in Fritzlar

Brettharten Gitarren-Bluesrock mit Soul, Psychedelic, Rhythm & Blues, Boogie und Ausflüge in Jazzgefilde bietet die Hamburg Blues Band am Samstag in Göttingen. Mehr Infos gibt es bei den Ausgehtipps für Südniedersachsen. 

Rap mit Prinz Pi in Baunatal

Seine Texte behandeln vornehmlich sozialkritische Themen, Verschwörungstheorien und gesellschaftliche Trends: Der Berliner Rapper Prinz Pi macht auf seiner Deutschland-Tour am Freitag in Baunatal Station. Nach drei Nummer-eins-Alben in Folge, Goldstatus für „Kompass ohne Norden" und einem Radiohit mit "1,40 m" veröffentlichte Friedrich Kautz, besser bekannt als Prinz Pi, im November 2017 sein Soloalbum  "Nichts war umsonst". Nachdem Prinz Pi für den dritten und letzten Teil der neuen "Planet-der-Affen"-Reihe eine Sprechrolle übernahm, stellte er fest, dass sein Track "die essenziellen Themen des Films, Menschlichkeit, Loyalität und Freundschaft" miteinander verbindet. 

Freitag, 2. Februar, 20 Uhr, Stadthalle in Baunatal, Marktplatz 14. Vorverkauf: 31,95 plus Gebühren, HNA-Kartenservice: Tel. 0561/ 203-204. Info

Kabarettist Sebastian Pufpaff geht "auf Anfang"

Mit seinem Namen hat es Sebastian Pufpaff nicht leicht: Es ist fast unmöglich, sich eine Pointe auszudenken, die noch lustiger ist als der Nachname des Bonner Kabarettisten. "Auf Anfang" heißt das aktuelle Programm des 41-Jährigen, das er am Freitag in Vellmar zeigt. Der Schein regiere die Welt - ob als Zahlungsmittel oder Fassade, meint der preisgekrönte Künstler. Das Wir sei zum Ich verkümmert und friste sein Dasein in den digitalen Legebatterien von Facebook, Twitter und "Spiegel online". Doch wir wüssten Bescheid. Noch seien wir wenige, doch wir würden mehr. Schon mit der Entscheidung, sich eine Liveshow ansehen zu wollen, würde diese Menschengruppe ausbrechen. "Ich verspreche Ihnen alles und garantiere für mehr. Wir lachen uns tot, um kurz darauf wieder aufzuerstehen. Vergessen Sie den Sinn des Lebens, denn wir bauen uns unsere eigene Welt".

Freitag, 2. Februar, 20 Uhr, Mehrzweckhalle Vellmar-Frommershausen, Pfadwiese 10. Eintritt: 20 bis 25 Euro, Karten-Hotline: 0561/ 8617893. Info

"Ausgrenzung": Namhafte Künstler stellen aus

Die Schau „Kunst trotz(t) Ausgrenzung" ist ab Freitag in Kassel zu sehen. Mit der Wanderausstellung der Diakonie Deutschland - Kurator ist Andreas Pitz - sollen Akzente zur Förderung demokratischer Kultur, für Vielfalt und die Überwindung von Grenzen gesetzt werden. An der Schau beteiligen sich Künstler, auch documenta-Künstler, unterschiedlicher sozialer, ethnischer und kultureller Herkunft. Ihre Werke fordern den Betrachter dazu heraus, sich mit der Gestaltung einer offenen, vielfältigen und inklusiven Gesellschaft auseinanderzusetzen. Zu sehen sind Arbeiten von Rosemarie Trockel, Harald Naegeli, Klaus Staeck, Günther Grass, Günter Uecker, Tomi Ungerer und  Wolfgang Niedecken.  

Eröffnung Freitag, 2. Februar, 11 Uhr, documenta-Halle in Kassel, Friedrichsplatz. Eintritt frei. Zu sehen bis 4. März, Öffnungszeiten: Mi bis So 11 bis 18 Uhr, Do 11 bis 20 Uhr. Info

Will Demokratie fördern: Die Ausstellung „Kunst trotz(t) Ausgrenzung" in Kassel mit Werken auch von documenta-Künstlern. 

Weltmusik mit Jazz: Konzert mit Yvonne Mwale

Die Afrikanerin Yvonne Mwale präsentiert mit ihrer Band ein faszinierendes Programm der Weltmusik mit Elementen aus Jazz, Blues und ethnisch basierter Musik. Am Freitag ist die Sängerin aus Sambia in einem Konzert in Kassel zu erleben. Über zwei Jahre hat sie an den zwölf Stücken ihres dritten Soloalbums „Msimbi Wakuda" gearbeitet. Auf dieser CD dominieren die akustischen Klänge mit Gitarre, Kontrabass und Percussion. Während ihre ersten Werke häufig Erlebnisse aus ihrer traurigen Vergangenheit beschwörten, blickt sie mit den neuen Songs positiv in die Zukunft. In “Kuwingamo” setzt sie sich beispielsweise mit den vielen Menschen auseinander, die aufgrund von Konflikten ihre Heimat verlassen müssen und appelliert an die Hörer, friedlich miteinander zu leben.

Freitag, 2. Februar, 20.30 Uhr, Theaterstübchen, Jordanstr. 11. Vorverkauf: 18 Euro plus Gebühren, HNA-Kartenservice: Tel. 0561/ 203-204. Info

Führung in Melsungen mit Gruseleffekt

"Dunkel war's der Mond schien helle":  In einer Winternacht können die Besucher am Samstag in Melsungen einen gruseligen Rundgang durch die Stadt machen. Im Laternen- und Fackelschein erzählt der „Schäfer“ Volker Wiegand vom Mord an der Mordbuche, Selbstmord der schwangeren Anna, Grünen Heinrich und über viele andere dunkle Seiten der Stadt. Die zweistündige Führung endet mit einem kleinen Umtrunk. 

Samstag, 3. Februar, 18.30 Uhr, Treff Dienstleistungszentrum, Sandstr. 13, in Melsungen. Kosten: 6 Euro. Nur mit Anmeldung: Tel. 05661/ 708-200. Info

Bühne: Das Ziel ist der perfekte Mord

Die Studenten Wyndham Brandon und Charles Granillo haben ihren Kommilitonen kaltblütig erdrosselt - wohl überlegt und ganz ohne Motiv. Ihr Ziel: der perfekte Mord. Was als Gedankenexperiment in einem Studienseminar begann, wird bitterer Ernst. Die Kleine Bühne 70 meldet sich mit ihrer 75. Theaterproduktion mit der Wiederaufnahme „Party für eine Leiche"  in einer Inszenierung von Steffen Rose  zurück. Es handelt sich dabei nicht um einen konventionellen Krimi, sondern um ein Drama. Der Mörder muss nicht erst entlarvt werden, sondern profiliert sich stolz ob seiner Tat vor seinen Gästen. Das Stück von Patrick Hamilton stammt aus dem Jahr 1929 und wurde 1948 von Alfred Hitchcock unter dem Titel "Cocktail für eine Leiche" verfilmt. 

Samstag, 3. Februar, 19.30 Uhr, Cassalla Theater (Eingang durchs Theaterstübchen) in Kassel, Jordanstr. 11. Eintritt: 9/7 Euro, Kartentelefon: 0561/ 774919. Nächste Vorstellung: Sonntag, 4. Februar, 16 Uhr. Info

Kleine Bühne 70 zeigt "Party für eine Leiche": Michael Neugebauer (von links) ist als Keneth Raglan, Bernd Walter als Rupert Cadell und Diana König als Leila Arden zu sehen. 

Mit Stepptanz und Musik Irland kennenlernen

Eine Zeitreise durch das Irland der letzten 200 Jahre, irisch frisch und lebensfroh: Das ist "Dance Masters". Die Show kommt am Samstag nach Eschwege. Eine berührende Liebesgeschichte zwischen Patrick und Kate führt die Zuschauer vom 18. Jahrhundert über verschiedene Epochen bis zur heutigen Zeit. Irische Stepptänzer zeigen in farbenfrohen Kostümen die Facetten des irischen Tanzes. Ausgefeilte Choreografien und die perfekt ausgeführten Clicks, deren Schnelligkeit kaum zu überbieten ist, können die Zuschauer faszinieren. Traditionelle irische Musik und stimmungsvolle Bilder der grünen Insel machen Lust auf Lebensfreude.

Samstag, 3. Februar, 20 Uhr, Stadthalle in Eschwege, Wiesenstr. 9. Eintritt: 37,90 bis 52,90 Euro, Tickets

Junge Autoren und Musiker stellen sich vor

Zum fünften Mal lädt das Literaturhaus Nordhessen zur "Langen Nacht der jungen Literatur und Musik" am Samstag nach Kassel ein. Preisgekrönte junge Autoren wollen Grenzen sprengen, für Furore sorgen, vorlesen und in entspannter Atmosphäre von ihren Erfahrungen im Literaturbetrieb erzählen. Mitwirkende sind Silva Bieler, Kerstin Uebele, Lennardt Loß, Joschua Schößler und Elisa Wächtershäuser. Sie alle sind Gewinner beim Wettbewerb Junges Literaturforum Hessen-Thüringen 2017. Für Musik sorgen Janna, Inga, Matze Matthias Streeb, Call us Jannis und als Special-Guest die Band Who Killed The Lynx. Ein Hauch von Love, Diskofeeling und Retrotouch liegt in der Luft, wenn die Boys ihren Indie-Alternativerock spielen, der zum Tanzen einlädt. Axel Garbelmann führt durch den Abend und die Nacht. 

Samstag, 3. Februar, 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr), Dock 4, Zwischendeck, Untere Karlsstraße 4. Eintritt: 8/5 Euro, Kartentelefon: 0561/ 7872067. Info

Moderiert die Lange Nacht der jungen Literatur und Musik: Der Schauspieler Axel Garbelmann. 

Vicente Patíz versprüht Saitenzauber

Im Februar beginnt die "Saitenzauber"-Saison des Kulturzentrums Schlachthof in Kassel mit einem Konzert von Vicente Patíz. Er steht allein auf der Bühne und entfacht doch ein orchestrales Feuerwerk. Mit seinem aktuellen Programm "Alegria" präsentiert der Künstler einen Mix aus Melodie und Lebensfreude. Er schafft mit Gitarren, Didgeridoo, Low Whistle, Percussion und 42-saitiger Harfengitarre bildgewaltige Klangwelten, die von Flamenco bis Jazz und Weltmusik reichen. Der in Johanngeorgenstadt im sächsischen Erzgebirge aufgewachsene Jörg Patíz hat einen Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde 2010: Er ist der Musiker mit den meisten Konzerten in unterschiedlichen Ländern innerhalb von 24 Stunden. 

Freitag, 2. Februar, 20 Uhr, Farm-Sound-Konzertraum, Rudolf-Schwander-Str. 11. Eintritt nur Abendkasse: 15 Euro. Info

Modernes Tanztheater im Kasseler Schauspielhaus

"Wir versuchen, uns in den verschachtelten Realitäten des Hier und Jetzt zu positionieren, uns einzurichten – gesellschaftlich, politisch und sozial. Aber wie reagieren wir, wenn wir überfordert sind? Geben wir auf oder kämpfen wir?" Fragen wie diese bilden den Ausgangspunkt von Johannes Wielands Tanztheaterstück "you will never be my number one fan" am Staatstheater Kassel. Der israelische Choreograf Tom Weinberger erforscht in "Segments on notes" den unmittelbaren Akt des Zusammenkommens in all seiner Intimität und Absurdität, aber auch die Zärtlichkeit und den Wahnsinn, die darin liegen. Von den Tänzern wird gefordert, an die empfindlichsten Punkte ihres physischen Selbst zu gelangen.  Diese Vorstellung ist als Theatertag angelegt - das heißt, Besucher bezahlen auf allen Plätzen 7 Euro. 

Samstag, 3. Februar, 19.30 Uhr, Schauspielhaus in Kassel, Du-Ry-Straße. Bereits ab 19 Uhr gibt's ein Einführung. Karten an der Theaterkasse: Tel. 0561/ 1094-222. Info

Zeitgenössischer Tanz: "You will never be my number one fan" heißt das Stück von Johannes Wieland vom Kasseler Staatstheater. Das Foto zeigt Zoe Gyssler (links) und Shafiki Sseggayi. 

Klavierabend mit Stephan Imorde

Der Pianist Stephan Imorde bietet am Samstag ein Solokonzert in Fritzlar mit Perlen der Musikliteratur von Mozart, Ravel und Chopin. Einige Jahre war der Künstler an der Musikakademie Kassel als Dozent für Klavier tätig, bevor er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock erhielt. 2008 wurde er dort zum Professor ernannt. Neben der solistischen Laufbahn als Konzertpianist hat Imorde eine starke Beziehung zur Kammermusik. Mit dem Geiger Ulf Schneider hat er ein viel beachtetes Duo gegründet, das zu namhaften Festspielen eingeladen wurde. Auch beim Kultursommer Nordhessen sind die beiden Musiker aufgetreten. 

Samstag, 3. Februar, 19.30 Uhr, Rathaussaal in Fritzlar, Dr.-Jestädt-Platz (Ecke Zwischen den Krämen 7). Eintritt: 16/14 Euro, Kartentelefon: 05622/ 988643. Info

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