Königsstraße ist für Radfahrer gesperrt

Trotz neuen Verbots: Geradelt wird noch immer

Nicht mehr erlaubt: Die Stadt hat die Radfahrer seit Anfang dieser Woche aus der Königsstraße verbannt. Bislang durften sie abends ab 19 Uhr bis vormittags, 11 Uhr, auf Kassels Einkaufsmeile fahren. Doch jetzt gilt das Radverbot in der Fußgängerzone rund um die Uhr, muss ein Fahrrad immer geschoben oder die City umfahren werden. Fotos: Schachtschneider

Kassel. Seit Anfang dieser Woche ist die Fußgängerzone Königsstraße für Radler rund um die Uhr gesperrt. Trotzdem sind weiterhin Radfahrer auf der Flaniermeile unterwegs. Das ärgert Fußgänger, die sich von den Radlern gefährdet fühlen.

Überqueren erlaubt: Zum Beispiel am Opernplatz dürfen Radler über die Königsstraße fahren.

Die städtischen Ordnungspolizisten lassen bei ihren Kontrollen auf der Oberen sowie der Unteren Königsstraße noch Milde walten. Im Januar würden Radler in der Fußgängerzone lediglich über die neue Regelung aufgeklärt und mündlich verwarnt, sagt Stadt-Pressesprecherin Petra Bohnenkamp. Die Beschilderung wurde bereits auf eine reine Fußgängerzone verändert. Einzige Ausnahme bleibt natürlich der Linienverkehr. Die Straßenbahnen dürfen weiter über die Flaniermeile rollen.

Nach der Übergangszeit mit mündlichen Verwarnungen und dem Appell, auf der Königsstraße nicht mehr in die Pedale zu treten, sondern das Rad zu schieben, wird es für uneinsichtige Radler ab Februar ernst. Dann werden die Ordnungspolizisten radelnde Wiederholungstäter auf der Königsstraße zur Kasse bitten, kündigt Bohnenkamp an. Wer beim Radeln in der Fußgängerzone erwischt wird, muss dann ein Verwarngeld von 15 Euro zahlen.

Alte Regelung

Bisher durften Radfahrer auf der Flaniermeile von abends, 19 Uhr, bis vormittags, 11 Uhr, in die Pedalen treten. Weil sich viele Radler tagsüber nicht an das Fahrverbot hielten und Fußgänger sich gefährdet fühlen, erlaubt die Stadt seit Montag grundsätzlich kein Radfahren in der Fußgängerzone mehr.

Rathaus: Konflikte

Es sei vermehrt zu Konflikten mit Fußgängern und zu Beschwerden gekommen, lautet die Begründung der Straßenverkehrsbehörde (siehe Hintergrund). Grundsätzlich gelte das verkehrspolitische Ziel, dort, wo es möglich sei, Radverkehr und Fußverkehr voneinander zu trennen, erklärt Kassels Verkehrsdezernent Christof Nolda (Grüne).

Das Radverbot soll auf jeden Fall bis zum Abschluss des Umbaus der Königsstraße voraussichtlich im Herbst 2019 bleiben. Bis dahin solle die Regelung beobachtet und diskutiert werden.

Die Königsstraße sei keine Hauptradwegeverbindung, erklärt Nolda, der selbst passionierter Radler ist: „Als Innenstadtradfahrer weiß ich, dass man die Königsstraße relativ selten befährt.“ (ach)

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