33-jähriger Mann aus Heiligenstadt soll 2001 und 2011 Prostituierte in Kassel brutal geschlagen haben

Nach elf Jahren: Verdächtiger Freier mit DNA überführt

Kassel. Mit einer DNA-Treffer ist die Polizei einem 33-jährigen Tatverdächtigen auf die Spur gekommen, der vor elf Jahren und im vergangenen Jahr Prostituierte in Kassel brutal geschlagen und ausgeraubt haben soll.

Am Mittwoch muss sich der Mann aus Heiligenstadt bereits wegen des Verdachts des besonders schweren Raubs vor dem Kasseler Landgericht verantworten.

Nach Angaben von Polizeisprecherin Sabine Knöll sei es nach umfangreichen, personal- und zeitintensiven Ermittlungen den Beamten des für Sexualdelikte zuständigen Kommissariats K 12 der Kripo gelungen, den 33-Jährigen aus dem Landkreis Eichsfeld zu ermitteln.

Ins Gesicht getreten

Ein Fall liegt elf Jahre zurück, er war im März 2001 in Kassel verübt worden. Opfer war eine damals 31-jährige Prostituierte aus Kassel. Die Frau war der illegalen Prostitution nachgegangen und bei einem Freier in dessen Auto mitgefahren. Auf der Hafenstraße sei der Fahrer wütend geworden. Er rastete nach Angaben der 31-Jährigen aus, habe sie am Hals gewürgt und ihr mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Der Frau gelang damals zwar die Flucht aus dem Auto, jedoch folgte ihr der Freier. Er soll sie auf den Boden gerissen und ins Gesicht getreten haben. Er habe ihr erhebliche Kopfverletzungen zugeführt. Die Frau musste aufgrund eines Jochbeinbruches operiert werden. Zudem raubte er seinem Opfer die Lederjacke.

Ganz ähnlich spielte sich eine Raubstraftat im vergangenen Jahr ab. Opfer war eine 28-jährige Frau, die ebenfalls der verbotenen Prostitution nachgeht. Im Januar 2011 war die Prostituierte von einem Freier auf der Schillerstraße geschlagen und ihres Geldes beraubt worden. Der Täter hatte die Frau im Bereich der alten Hauptpost angesprochen und in seinem Fahrzeug bis zur Schillerstraße mitgenommen. Der Mann hatte dem Opfer mit mehreren brutalen Faustschlägen Gesichtsverletzungen zugefügt. Bei der Flucht konnte die Frau das Kennzeichen seines Fahrzeugs ablesen.

Über die Ermittlung des Halters geriet der heute 33 Jahre alte Eichsfelder bereits in das Visier der Kripo. Zunächst habe man ihm die Tat nicht eindeutig nachweisen können, sagt Knöll. Der Tatverdacht erhärtete sich allerdings, als es zu einem DNA- Treffer kam. Das anhand einer freiwillig abgegebenen Speichelprobe erstellte DNA-Muster des Tatverdächtigen stimmte bei einem Abgleich in der DNA-Spurenbank des Hessischen Landeskriminalamtes mit dort eingestellten DNA-Spuren der Tat vom vergangenen Jahr, aber auch mit den damals gesicherten DNA-Spuren des Falles aus 2001 überein. (use)

Die Gerichtsverhandlung findet am Mittwoch, 21. März, 9 Uhr, Saal E 119, im Landgericht Kassel, Frankfurter Straße, satt.

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