Streik! 2500 Demonstranten vor dem Rathaus in Kassel

Kassel. Rund 2500 Demonstranten haben sich zur zentralen Kundgebung vor dem Kasseler Rathaus versammelt. Im Anschluss marschiert der Demonstrationszug in Richtung Hauptbahnhof. Ein befürchtetes Verkehrs-Chaos blieb aus. Unser Liveticker:

Bei der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) steht seit Betriebsbeginn in den frühen Morgenstunden "alles still". Aus den beiden Betriebshöfen des Unternehmens mit seinen rund 850 Beschäftigten ist kein Bus und keine Straßenbahn ausgerückt. Auch am Klinikum wird gestreikt.

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Hintergrund ist der Aufruf der Gewerkschaft Ver.di zum ganztägigen Warnstreik. Mit der KVG fahren jährlich fast 42 Millionen Menschen, an einem Werktag in der Schulzeit - so wie heute - im Durchschnitt fast 150.000.

Die RegioTrams, die das nordhessische Umland mit der Stadt Kassel verbinden, fahren bis zum Hauptbahnhof Kassel, jedoch nicht weiter durch die Kasseler Innenstadt.

Liveticker

6.45 Uhr: Bisher hat sich der Streik im normalen Berufsverkehr noch nicht gravierend bemerkbar gemacht. Auch die Bevölkerung scheint sich frühzeitig auf den Arbeitskampf eingestellt zu haben - an den Haltestellen von Bus und Bahn sind kaum wartende Menschen zu entdecken.

7 Uhr: Bei der KVG an der Sandershäuser Straße werden 800 Mitarbeiter von Städtischen Werken, Stadtreinigern und KVG zu der Streikaktion erwartet. Bis 7 Uhr hatten sich dort bereits mehrere 100 Mitarbeiter versammelt.

Bilder des Streiks

Streik im öffentlichen Dienst in Kassel

Streik am Klinikum Kassel

7.30 Uhr: Am Klinikum haben streikende Mitarbeiter erste Schilder aufgestellt und sich in die Streiklisten eingetragen - bisher ist dort aber alles noch relativ ruhig, berichtet Marcus Janz von der Lokalredaktion Kassel.

Der ver.di-Fachbereichsleiter Gesundheit Nordhessen, Matthias Dippel, geht aber von 300-400 streikenden Mitarbeitern am Klinikum aus. Das werde vor allem Einschränkungen in den Operationssälen zur Folge haben, weniger auf den Stationen.

Die Situation auf den Straßen

8 Uhr: Auf den Haupteinfahrtsstraßen nach Kassel herrscht mittlerweile Stop&Go-Betrieb. Auf der Frankfurter Straße, der Mönchebergstraße, der Holländischen Straße und am Altmarkt stehen lange Autoschlangen - der Verkehr zieht sich langsam zu, nachdem er in den frühen Morgenstunden nur gelegentlich stockte.

Fußverkehr in der Innenstadt

8.30 Uhr: An der Mauerstraße und am Königsplatz gibt es nur wenige Menschen, die an den Haltestellen stehen. Die roten RKH-Busse fahren ganz regulär, die blauen Busse der KVG nicht. Die Fußgängerzone wird von vielen Menschen auf dem Weg zur Arbeit zügig durchquert. Es gibt aber auch einige verärgerte Menschen, die trotz der Ankündigung vom Streik überrascht wurden und jetzt nicht wissen, wie sie zu ihrem eigentlichen Fahrtziel kommen sollen.

Stockender Verkehr wegen Demonstrationszug

9 Uhr: Der Demonstrationszug, der sich an der Sandershäuser Straße in Bewegung gesetzt hat, ist um 9 Uhr am Platz der Deutschen Einheit angekommen, wo sich der Verkehr in beide Richtungen staut. Dieser Demonstrationszug wird sich Am Stern mit den Zügen vereinen, die vom Klinikum Kassel und aus Bettenhausen kommen. Gemeinsam machen sich die Streikenden dann auf in Richtung Rathaus.

9.05 Uhr: Die Altmarkt-Kreuzung wird wegen des Demonstrationszugs mit mehreren 100 Teilnehmern kurzfristig gesperrt.

9.15 Uhr: Der Demonstrationszug von Bettenhausen kommt am Stern an. Verspätet ist der Zug vom Klinikum, der noch nicht zu sehen ist.

9.20 Uhr: 800-1000 Demonstranten bewegen sich über die Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Rathaus, wo um 10 Uhr die zentrale Kundgebung stattfinden soll. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter der Städtischen Werke, aber auch um Mitarbeiter von Kitas, Ordnungsamt, Landkreis Kassel und Werra-Meißner-Kreis. Insgesamt hat ver.di 2500 Demonstrierende angemeldet, die sich nach der Kundgebung zum Hauptbahnhof begeben.

9.25 Uhr: Der Demonstrationszug aus Sandershäuser Straße und Klinikum passiert den Königsplatz, am Rathaus haben sich bereits einige Demonstrierende versammelt.

10 Uhr: Die Kundgebung vor dem Rathaus startet. Dort haben sich rund 2500 Demonstrierende versammelt, viele Angestellte aus den Landkreisen haben sich der Demo angeschlossen.

Verdi und die Tarifunion des Beamtenbundes dbb fordern 6,5 Prozent mehr Geld für die zwei Millionen Beschäftigten, mindestens aber 200 Euro.

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