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Warnstreik: Kitas und Jugendhäuser in Kassel und Baunatal bleiben zu

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Von: Andreas Hermann

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Eltern von Baunataler Kita-Kindern bemängeln in einem offenen Brief an die Bürgermeisterin die Personalsituation in den Einrichtungen der Stadt. (Symbolfoto)
Eltern von Baunataler Kita-Kindern bemängeln in einem offenen Brief an die Bürgermeisterin die Personalsituation in den Einrichtungen der Stadt. (Symbolfoto) © dpa

Kitas und Jugendhäuser in Kassel bleiben am Dienstag (08.03.2022) geschlossen. Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte zum Warnstreik auf.

Kassel/Baunatal – Wegen eines Warnstreiks, zu dem die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst aufruft, bleiben am Dienstag (08.03.2022) auch Kindertagesstätten und Jugendhäuser in Kassel geschlossen. Soziale Dienste werden nach Angaben der Stadt nur eingeschränkt erreichbar sein.

Zu einer Kundgebung vor dem Kasseler Rathaus kommen am Dienstag ab 10 Uhr die streikenden Erzieher, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen der Städte Kassel und Baunatal zusammen. Wie Verdi weiter berichtet, wollen die Beschäftigten nach dem ergebnislosen Auftakt bei den bundesweiten Tarifverhandlungen nun mit Nachdruck auf ihre Forderungen aufmerksam machen. Gefordert werden bessere Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen Fachkräftemangel und die finanzielle Anerkennung der Arbeit.

Kassel: Starke Fluktuation wegen Arbeitsbedingungen und Gehältern

Nach Verdi-Angaben sind in Hessen rund 40 000 Beschäftigte in die Tarifauseinandersetzung einbezogen. Insgesamt arbeiteten rund 100 000 Menschen in diesem Beschäftigungsfeld, davon rund 75 Prozent in der Kindertagesbetreuung, 15 Prozent in der Sozialarbeit und zehn Prozent in der Behindertenhilfe. Da sich auch Arbeitgeber außerhalb des öffentlichen Dienstes am Tarifvertrag orientierten, kamen Verbesserungen auch den dort Beschäftigten zugute.

Wegen mangelhafter Arbeitsbedingungen und nicht angemessener Gehälter gebe es seit Jahren eine starke Fluktuation, der Fachkräftemangel spitze sich im Sozial- und Erziehungsdienst zu. Allein in hessischen Kitas fehlten 9000 Fachkräfte. Nach Prognosen könne sich diese Zahl bis 2030 verdreifachen.

„Die Streiks am 8. März, dem Frauentag, sollen ein Zeichen setzen, dass die sozialen Berufe, in denen rund 83 Prozent der Beschäftigten Frauen sind – in den Kitas sogar 94 Prozent – dringend eine Aufwertung benötigen. Sorge- und Bildungsarbeit müsse den Arbeitgebern und der Gesellschaft „mehr wert sein als ein Klatschen“, meinte Gewerkschaftssekretärin Kristin Ideler.

Kitas und Jugendhäuser in Kassel bleiben geschlossen: Eltern über Streik informiert

„Auch die unbezahlte Sorgearbeit wird zum Großteil von Frauen verrichtet. Wenn die Kollegin aus der Kita nach Hause kommt, wartet schon die nächste Schicht Sorgearbeit – diesmal unbezahlt“. Auch hier brauche es mehr Anerkennung und Entlastung. Daher gehe man am 8. März mit den feministischen Streikbündnissen auf die Straße.

Die Eltern der Kinder, die eine städtische Kita oder einen Hort besuchen, seien über die Schließung informiert worden, erklärte die Stadt. Am Dienstag würden Notdienste für Berufstätige „im Rahmen der Personalkapazitäten“ und nach vorheriger Anmeldung geboten. (Andreas Hermann)

Die Lollitests sind für viele Kitas in Kassel ein Kosten-Problem.

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