Agentur für Arbeit veröffentlicht Lohnatlas

Wir verdienen nicht schlecht: Energieversorger führen Gehaltsliste an

Gut positioniert in Kassel: Energieversorger, Finanzdienstleister und auch der Bereich Lehre sind Branchen, in denen überdurchschnittlich gut verdient wird. Archivfotos: dpa(2), Schröter

Kassel. Durchschnittlich 2850 Euro verdient ein Arbeitnehmer in der Stadt Kassel und damit 17 Euro weniger als im Landkreis (2867 Euro). Damit liegen Stadt und Landkreis im hessischen Vergleich im oberen Mittelfeld auf den Plätzen 8 und 9.

Zum ersten Mal hat die Bundesagentur für Arbeit einen Lohnatlas erstellt. Darin werden die Median-Bruttoeinkünfte aus dem Jahr 2009 nach Regionen und Branchen ausgewiesen. Grundlage sind die Angaben der Arbeitgeber zur Sozialversicherung. Dass der Lohnatlas für das Jahr 2009 erst jetzt veröffentlicht werden konnte, liegt laut Silke Sennhenn, Pressesprecherin der Kasseler Agentur für Arbeit, daran, dass die Angaben der Arbeitgeber wesentlich später eingehen.

Regionale Unterschiede

Der Lohnatlas weist für Nordhessen deutliche regionale Unterschiede aus. Im Kreis Waldeck-Frankenberg beträgt das Durchschnittseinkommen 2515 Euro, im Schwalm-Eder-Kreis 2471 Euro. Mit monatlich 2348 Euro ist der Werra-Meißner-Kreis auf Rang 26 hessenweit der Landkreis mit den geringsten Einkommen. Spitzenreiter ist Frankfurt mit 3587 Euro.

Die guten Zahlen für Stadt und Kreis resultieren daraus, dass hier viele Branchen angesiedelt sind, in denen überdurchschnittlich gut verdient wird. Dazu zählen die Energieversorger (4495 Euro), Finanzdienstleister (3898 Euro), das verarbeitende Gewerbe (3656 Euro), die Verwaltung (3157 Euro) und Lehre (3004 Euro). Hier liegt in Kassel mit der Universität ein Schwerpunkt.

Die Differenz von 17 Euro, die Arbeitnehmer im Landkreis durchschnittlich mehr verdienen als in der Stadt Kassel, erklärt Sennhenn unter anderem damit, dass im Bereich Verarbeitendes Gewerbe im Landkreis mit 22 229 Arbeitnehmern fast doppelt so viele Personen beschäftigt sind als in der Stadt Kassel mit 11 570 Beschäftigten in diesem Bereich. Branchen, in denen weniger gut verdient wird, sind das Gesundheits- und Sozialwesen (2543 Euro), die Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen (1780 Euro) und das Gastgewerbe (1596 Euro). Dies erklärt nach Angaben von Sennhenn auch die Schlussposition des Werra-Meißner-Kreises, der zwar in den Pflegeberufen gut positioniert sei, aber nicht in den gut bezahlten Branchen.

Der Lohnatlas ist im Internet abrufbar unter http://statistik.arbeitsagentur.de. Er soll künftig jährlich von der Bundesagentur für Arbeit erhoben und veröffentlicht werden.

Von Wilhelm Ditzel

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