Ziel: Weniger Autoverkehr

Verein legt neuen Vorschlag für Herkulesbahn vor

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Aus der Vogelperspektive: Das ist der Vorschlag, den der Förderverein Neue Herkulesbahn für eine Trassenführung fast bis zum Parkplatz vor dem Besucherzentrum macht.

Kassel. Eine moderne Straßenbahn, die die Besucher hinauf bis zum Herkules bringt, könnte viele der zuletzt immer wieder beklagten Verkehrsprobleme lösen. Davon ist zumindest der Förderverein Neue Herkulesbahn überzeugt, der jetzt erstmals anschaulich präsentiert, wie eine Haltestelle Herkules in der Nähe des Besucherzentrums aussehen könnte

Aus einem Flugroboter der Kasseler Firma Aibotix wurden zu diesem Zweck Fotos gemacht und die Wendeschleife mit Straßenbahn am Computer einmontiert. „Wir wollen damit dem Projekt neuen Schwung verleihen“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Michael Schwab.

Millionen für Straßenumbau

Er kritisiert, dass zwar mehrere Millionen Euro für die Umgestaltung der Tulpenallee und den Umbau der Parkplätze ausgegeben wurden. Für umweltfreundliche Mobilität werde bislang aber zu wenig getan. Die Blechlawinen, die an Wasserspieltagen Richtung Bergpark unterwegs seien, und die damit verbundenen Probleme bei der Parkplatzsuche seien keine Werbung für das Kasseler Welterbe. Auch der Kurbezirk Bad Wilhelmshöhe werde durch die vielen Autos belastet. Nach Einschätzung des Fördervereins könnte die Straßenbahn auf der Wiese unterhalb des Herkules-Parkplatzes wenden. An dieser Stelle werde mit der begrünten Trasse das Landschaftsbild nicht beeinträchtigt. Auch störe die Bahn die barocken Blickachsen nicht. Mit der Herkulesbahn könnten Besucher endlich ohne Staugefahr und stressige Parkplatzsuche zum Welterbe gelangen. Dagegen erzeuge das derzeitige Verkehrschaos die Reaktion: Schnell weg und nie wieder hin.

Lexikon-Wissen

Mehr zu Herkulesbahn lesen Sie im Regiowiki.

Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 vom Druseltal zum Herkules sei von der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) längst geprüft worden. „Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, Vorschläge für ein Betriebskonzept liegen auf dem Tisch“, sagt Schwab. Jetzt seien die Stadt Kassel und das Land am Zug. In enger Zusammenarbeit müsse man endlich den großen Wurf planen. Vorgespräche hat es nach Angaben der Stadt gegeben. Bislang sei aber nicht absehbar, dass das Projekt förderfähig sei, sagt Stadtsprecherin Petra Bohnenkamp. Eine Bahn, die nur zu den Wasserspielen gut besetzt sei, rechne sich nicht.

Von Thomas Siemon

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