Anhänger der Herkulesbahn warnen vor Verlust des Titels

Verein: Seilbahn zum Herkules löst keine Verkehrsprobleme

Kassel. Nachdem vor vier Tagen bekannt wurde, dass im Rathaus Pläne für eine Seilbahn zum Herkules überprüft werden, meldet sich jetzt der Förderverein Neue Herkulesbahn zu Wort. Die Vereinsmitglieder lehnen die Seilbahn strikt ab, da die Verkehrsprobleme dadurch verstärkt würden.

„Eine Seilbahn zum Herkules löst kein einziges der Verkehrsprobleme im Bergpark Wilhelmshöhe, sondern verschärft sie zusätzlich“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins Neue Herkulesbahn, Michael Schwab. Damit reagiert er auf einen Vorschlag des Immobilienkaufmanns Achim Wickmann, der seit Jahrzehnten eine Seilbahn zum Herkules realisieren möchte (HNA berichtete).

Zusätzliche Attraktion

Sie sei kein Massenverkehrsmittel im Sinne des öffentlichen Personennahverkehrs, sondern wäre eine zusätzliche Touristenattraktion, die noch mehr Individualverkehr auf der ohnehin stark belasteten Wilhelmshöher Allee im Kurbezirk konzentrieren würde, so Schwab.

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Ein Seilbahnbetreiber müsste zudem zusätzliche Parkplätze in einem sensiblen Bereich des bestehenden UNESCO-Welterbes nachweisen; wo sollen die herkommen, wo die bestehenden Kapazitäten des Parkplatzes Ochsenallee bei Wasserspielen und Großereignissen schon jetzt nicht mehr ausreichen und die UNESCO sich ausdrücklich gegen weitere Parkplätze ausgesprochen hat?

Die Erlöse einer privat finanzierten Seilbahn flössen außerdem nicht in den Ausbau des ÖPNV, wie es bei Parkgebühren der Fall sei - die jeder Nutzer der Seilbahn zusätzlich bezahlen müsste. Und ganz gleich, ob eine Seilbahn unterhalb oder über den Baumwipfeln zum Herkules schwebt: Eigentlich wissen alle Beteiligten, dass eine Seilbahn durch die Puffer- und Kernzone des Welterbes unweigerlich die Aberkennung des Titels durch die UNESCO zur Folge hätte. Dass die alle zehn Jahre aufgewärmte Idee jetzt „ernsthaft geprüft“ werde, zeige, dass man seine Rolle als Welterbestadt erst noch finden muss. (use)

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