Im Kasseler Baugebiet Feldlager entsteht aßergewöhnliches Projekt für gemeinschaftliches Wohnen

Zehn Vereinsfrauen bauen ein Wohnhaus

Zehn Frauen haben einen Verein gegründet, um gemeinschaftlich zu bauen und zu wohnen. Jetzt war in Harleshausen, Zum Feldlager,  Grundsteinlegung.
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Zuwachs im Feldlager: Zehn Frauen haben einen Verein gegründet, um gemeinschaftlich zu bauen und zu wohnen. Jetzt war in Harleshausen Grundsteinlegung.

Im Kasseler Nebaugebiet „Zum Feldlager“ realisieren zehn Frauen ihren Traum vom gemeinschaftlichen Wohnen. Dazu haben sie einen Verein gegründet, der jetzt als Bauherr auftritt.

Kassel. Jetzt wird’s konkret: Ein Dutzend Frauen und ihre Gäste hoben unter sich drehenden Baukränen und im Lärm von Betonmischern gut gelaunt und zuversichtlich das Glas, als im Harleshäuser Neubaugebiet Zum Feldlager der Grundstein für ein besonderes Wohnprojekt gelegt wurde. Wenn alles weiter gut verläuft, können hier, an der Niederfeldstraße 66, spätestens Anfang 2023 zehn Frauen im Alter zwischen 40 und 60 sowie zwei Kinder gemeinschaftlich in ein großes Haus ganz nach ihren Plänen und Vorstellungen einziehen.

Das Außergewöhnliche: Bauherr ist der Verein „B12 zur Förderung gemeinschaftlichen Lebens“, den die Frauen 2008 gegründet haben, und keine Genossenschaft oder Eigentümergemeinschaft. Als sie im Rahmen einer Baumesse davon erfahren hatten, dass die Stadt Kassel im Neubaugebiet Zum Feldlager einen Bereich für gemeinschaftliche Wohnprojekte ausgewiesen und reserviert hat, waren sie sofort dabei. „Wir haben uns mit unserem Vorhaben beworben und gleich den Zuschlag für ein Baugrundstück bekommen“, sagt Vereinsvorsitzende Simone Mäckler. 2019 wurde gekauft. „Bei dem Projekt handelt es sich um eine gemeinschaftliche und solidarische Wohnform, bei der alle Belange gemeinsam getragen und auch finanziert werden“, erklärt Mäckler. Für die 1,9 Millionen Euro Baukosten kommt der Verein auf. Festgelegt ist, dass sich die Frauen finanziell so einbringen, dass sich ihre Beiträge untereinander die Waage halten, sagt Mäckler.

Was praktisch sei: „Wir haben unter den Vereinsfrauen eine Vielzahl an Expertisen und Berufen – von der Planerin über die Sozialarbeiterin bis zur Geschäftsführerin – deren Kompetenzen und Netzwerke jetzt allen zugutekommen.“ Das Haus für generationsübergreifendes, das heißt, barrierefreies und soziales Wohnen, wird ein mehrgeschossiges Gebäude auf einer Grundstücksfläche von 1100 Quadratmetern. Es wird ökologisch ressourcensparend gebaut und ebenso bewirtschaftet.

Die sechs Wohnungen plus Penthouse sind zwischen 70 und 100 Quadratmeter groß. Daneben gibt es großzügige Gemeinschaftsräume mit Küche inklusive Dachterrasse, die so geplant sind, dass sie flexibel genutzt und bei Bedarf ohne größeren Aufwand verändert werden können.

Wohnprojekt: Auf drei Etagen plus Staffelgeschoss bietet das Haus Platz für zehn Frauen und zwei Kinder.

Neu ist gemeinschaftliches Leben für die befreundeten B12-Frauen nicht. Sie haben lange Erfahrungen gesammelt. Seit 2008 wohnt ein Großteil als Hausgemeinschaft in sechs abgeschlossenen Wohneinheiten in einem Haus in der Bardelebenstraße 12 in Kirchditmold. Davon hat sich auch der Vereinsname abgeleitet. Dies sei für sie die perfekte Wohnform, befanden die Frauen. Einziger Wermutstropfen: Der Altbau, in dem sie wohnen, sei alles andere als barrierefrei und auf Dauer nicht alterstauglich. Doch ein Mehrgenerationenhaus war und ist das erklärte Ziel. Jetzt wollen es die B12-Frauen zusammen mit ihrem Generalunternehmer, der Firma Damm aus Vellmar, in die Realität umsetzen.

(Christina Hein)

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