Nach fast 15 Jahren Leerstand wird Häuserzeile in Nordstadt saniert

Fichtnerstraße: Verfall hat endlich ein Ende

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Renovierung nach 15 Jahren Leerstand: Die Häuserzeile an der Fichtnerstraße in Nord-Holland wird grundlegend saniert und wärmegedämmt. So gut wie alle Sozialwohnungen sind bereits vermietet.

Nord-Holland. Fast 15 Jahre lang stand der Block aus vier Häusern an der Fichtnerstraße in Nord-Holland leer und verfiel zusehends. Viele Besitzer gaben sich die Tür in die Hand, doch passiert ist lange nichts.

Für das Quartier mit hohem Ausländeranteil war die Häuserzeile kein Schmuckstück. Vor einiger Zeit hat Alper Öztürk aus Rotenburg den 1928 erbauten, denkmalgeschützten Gebäudekomplex erworben und nun grundlegend renoviert. Am 1. Mai sollen die ersten Mieter in die 32 Wohnungen einziehen.

1,3 Million Euro hat die Sanierung gekostet. Diesen Betrag haben die Landestreuhandstelle Hessen und die Kreditanstalt für Wiederaufbau des Bundes zur Verfügung gestellt. Weil es sich um öffentliche Mittel handelt, dürfen ausschließlich Familien mit einem Wohnberechtigungsschein in die 75 bis 85 Quadratmeter großen Drei-Zimmer-Wohnungen einziehen. Der Quadratmeter kostet kalt 4,40 Euro. Die meisten Wohnungen sind vermietet.

Das Haus sei gut gedämmt worden, berichtet Henning Richter, Geschäftsführer der Abeg Anlage- und Beteiligungsgesellschaft mbH in Kassel. Richter ist für die Baubetreuung zuständig. Die Wohnungen seien mit modernsten Brennwertthermen ausgestattet, die 30 Prozent weniger verbrauchten als normale Gasheizungen, sagt er.

Die Zimmerdecken, die im Laufe des Leerstandes feucht geworden waren, seien trockengelegt und neu verputzt worden. Die Außenfassade soll demnächst in ein gedecktes Gelb getaucht werden. Die Eingangstüren werden nach historischem Vorbild extra angefertigt. Auf der Rückseite sind die Wohnungen mit geräumigen Balkonen ausgestattet worden, die wegen ihrer Ausrichtung gen Westen und Süden sehr sonnig sind.

Die Grünfläche vor der Häuserzeile soll sich in gepflegte Vorgärten mit Hecken verwandeln. Die beiden alten, großen Kastanien vor dem Gebäudekomplex mussten gefällt werden. „Sie waren leider so kaputt, dass sie nicht mehr zu retten waren“, sagt Richter.

Ayse Celik, die als Mieterbeirätin für das Quartier Oestmann-/Fichtnerstraße zuständig ist, freut sich über die neue Entwicklung. Allerdings müssten nun auch die anderen in unmittelbarer Nähe liegenden Häuserblöcke an der Fichtnerstraße von innen und außen auf Vordermann gebracht werden. Sie haben einen anderen Eigentümer und werden von WVB Centuria mit Sitz in Berlin verwaltet.

Dort stehen nicht nur viele Wohnungen leer. Zwei Häuser sind mit Brettern unzugänglich gemacht worden. „Die Wohnungen in diesen Häusern, die in den 1980er-Jahren renoviert wurden, sind in einem schlechten Zustand“, berichtet Celik. Dabei sei die Wohnraum-Nachfrage für das Quartier groß.

Von Beate Eder

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