Verjährung droht für offene Rechnungen

Kassel. Firmen sollen noch vor dem Jahresende ihre Rechte gegenüber säumigen Schuldnern geltend machen. Am 31. Dezember würden viele ältere Forderungen verjähren, warnt die IHK Kassel.

Zum Jahresende würden Unternehmen Millionenbeträge verlieren, weil sie Verjährungsfristen außer Acht lassen – auch in Nordhessen, sagt die IHK-Expertin für Wirtschaftsrecht, Simone Kaiser-Dietrich. Sie rät: „Wer nichts zu verschenken hat, sollte noch in diesem Monat einen gerichtlichen Mahnbescheid gegen seinen Schuldner beantragen oder Klage erheben.“

Forderungen absichern

Die Verjährung beginne in der Regel am Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und laufe dann meist zwei oder drei Jahre, sagt Kaiser-Dietrich. Ein Beispiel: Ein Kunde hat am 1. Juni 2008 einen Artikel gekauft, ihn aber trotz mehrerer Mahnungen noch nicht bezahlt. Die dreijährige Verjährungsfrist für Kaufpreisforderungen hat demnach Ende 2008 begonnen. „Damit kann der Unternehmer nur noch bis zum 31. Dezember 2011 seinen Kaufpreisanspruch erfolgreich geltend machen“, sagt Kaiser-Dietrich. Sie rät daher Unternehmen, ihre Forderungen durch einen amtlichen Mahnbescheid oder eine Klage bei Gericht abzusichern.

In Zeiten schwindender Zahlungsmoral sei es unbefriedigend, wenn der Schuldner zu spät zahle. „Noch viel ärgerlicher ist es aber, wenn man selbst den letzten Zeitpunkt versäumt hat, seine Rechte geltend zu machen“, erklärt die IHK-Expertin. (mcj)

Ein IHK-Merkblatt zum Thema finden Sie im Internet unter: http://zu.hna.de/vcKyQd

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