Altes Verwaltungsamt

Verkauf des alten Versorgungsamts in Kassel: Südstädter wollen Wohnungen

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Setzen sich für den Bau von Wohnungen auf dem Gelände des Versorgungsamtes ein: Jürgen Bluhm und Matthias Otto von der Nassauischen Heimstätte Wohnstadt, sowie Gita Wikullil und Harald Doenst von der Arbeitsgemeinschaft Südstadt.

Kassel. Das Gelände mit dem Gebäude des ehemaligen Versorgungsamtes an der Frankfurter Straße 84 soll verkauft werden. Die Arbeitsgemeinschaft Südstadt setzt sich mit der Wohnstadt für den Bau von Wohnungen ein. 

Der Putz bröckelt von den Wänden, und erst kürzlich gab es auf dem Gelände einen Wasserschaden: Seit einem Jahr steht das Gebäude des ehemaligen Versorgungsamtes an der Frankfurter Straße leer.

„Wir haben Interesse daran, dass bald etwas passiert“, sagt Harald Doenst, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Südstadt. Auf der Internetseite des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen wird das Verwaltungsgebäude mit dem 9840 Quadratmeter großen Grundstück zum Kauf angeboten. Im Exposé heißt es: „Die Veräußerung erfolgt gegen Gebot. Das Land Hessen behält sich jedoch die volle Entscheidungsfreiheit vor, ob und zu welchen Bedingungen das Grundstück verkauft wird.“

Die Sorge

Nun sorgt sich die Arbeitsgemeinschaft um die Zukunft des Areals. „Wir möchten, dass die Interessen der Anwohner des Stadtteils berücksichtigt werden“, betont Doenst. Man wolle unter allen Umständen verhindern, dass das Gelände von einem Investor meistbietend zum Beispiel für einen großen Hotelkomplex erworben werde. „Dann gehen wir auf die Barrikaden“, sagt Doenst. Stattdessen schwebt der Arbeitsgemeinschaft eine für den Stadtteil passende, sozial verträgliche Nutzung des Grundstücks vor.

Die Idee

Auf dem Gelände wünscht sich die Arbeitsgemeinschaft bezahlbaren Wohnraum. Die Nassauische Heimstätte Wohnstadt möchte das verwirklichen. „Wir sind mit Wohnungen hinter dem ehemaligen Versorgungsamt vertreten und haben Erfahrungen beim Umbau des Martini-Quartiers gesammelt“, erklärt Matthias Otto von der Wohnstadt, die 214 Mietwohnungen in der Südstadt im Bestand hat.

Das Problem

„Das ist ein Filetgrundstück, ein kleines Juwel im Stadtbild“, sagt Jürgen Bluhm, Leiter des Regionalcenters Kassel der Wohnstadt. „Wir wünschen uns, dass die Konzeptvergabe angewandt wird. Da wir bezahlbaren Wohnraum anbieten wollen, können wir sonst möglicherweise mit den Geboten von anderen Investoren nicht mithalten“, betont Matthias Otto.

Die Pläne

Man strebe eine ganzheitliche Entwicklung des Quartiers an. „Unsere Priorität liegt beim Wohnungsbau. Wir schließen aber nicht aus, dass Geschäftsflächen dazu kommen“, sagt Otto. Maximal wolle die Wohnstadt auf dem Gelände 120 bis 140 Wohnungen bauen und könne sich eine Zusammenarbeit mit weiteren Kasseler Bauträgern vorstellen. Der Trend gehe zu kleineren und barrierefreien Wohnungen.

Ein Konzept für die Bebauung möchte die Wohnstadt vorlegen, sobald klar ist, wie genau das Vergabeverfahren des Landes ablaufen soll. In jedem Fall möchte sich die Wohnstadt am Verfahren beteiligen.

Die Konzeptvergabe

In Hessen kann beim Verkauf öffentlicher Grundstücke die Konzeptvergabe angewandt werden. Anstelle des Verkaufs zum Höchstpreis an einen Investor orientiert sich die Entscheidung dann auch an inhaltlichen Kriterien. Dadurch wird insbesondere gemeinschaftlichen Wohnprojekten der Zugang zu Grundstücken erleichtert. Ausschlaggebende Aspekte können die städtebauliche Einbindung, die Gestaltung lebendiger Nachbarschaften oder Mobilitätskonzepte sein. 

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