Über 50 Interessenten für historisches Gebäude meldeten sich

Verkauf der Villa an der Querallee: Land hat zehn konkrete Gebote

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Bald mit neuem Besitzer? Das Hessische Immobilienmanagement hat eine ganze Reihe Kaufinteressenten für die Villa.

Kassel. Die Chancen für einen baldigen Verkauf der grünen Villa an der Querallee stehen offenbar gut. Nachdem der Termin, bis zu dem sich Interessenten beim Hessischen Immobilienmanagement (HI) melden sollten, inzwischen verstrichen ist, liegen mehr als zehn konkrete Angebote vor.

Das sagte HI-Sprecherin Renate Gunzenhauser auf Anfrage. Insgesamt hätten sich über 50 Interessenten gemeldet, die in dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude entweder Büros oder Wohnungen schaffen wollten.

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Die Angebote seien sehr unterschiedlich, sagte Gunzenhauser. Zur Höhe machte sie keine Angaben. Die Immobilie werde in jedem Fall an den Höchstbieter verkauft. Offenbar ist ein ausreichend hohes Gebot dabei. Denn Gebäude im Besitz des Landes dürfen nicht unter Wert verkauft werden. In der Landeshaushaltsordnung ist festgeschrieben, dass das Land Vermögensgegenstände nur zu ihrem „vollem Wert“ veräußern dürfe. Deshalb habe man den Wert der Villa vorher ermittelt, sagte Gunzenhauser. Solange das Verkaufsverfahren laufe, werde man ihn aber nicht nennen.

Die HI-Sprecherin betonte, dass die Denkmalschutzauflagen in jedem Fall gälten - egal welcher Kaufinteressent den Zuschlag bekomme. Auch im Kaufvertrag werde festgehalten, dass alle Baumaßnahmen im und am Gebäude mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abzustimmen seien.

Das Land selbst hat es in den vergangenen Jahren mit der Pflege der Villa, die 1896 von einem jüdischen Geschäftsmann erbaut wurde, nicht so genau genommen. Das Gebäude ist zumindest äußerlich in schlechtem Zustand und wird selbst in der Verkaufsbeschreibung als „stark sanierungs- und renovierungsbedürftig“ bezeichnet. Eine Initiative um Prof. Dietfrid Krause-Vilmar fordert vom Land, den Erhalt und die denkmalgerechte Nutzung des historischen Gebäudes sicherzustellen. (rud)

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