Verkehrsentwicklungsplan bis 2025 soll gesamte Region Kassel umfassen

Joachim Lohse

Kassel. Die Stadt Kassel, die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG), der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) und der Zweckverband Raum Kassel (ZRK) wollen in der Verkehrsentwicklung an einem Strang ziehen.

Statt wie in der Vergangenheit eigene Entwicklungspläne aufzustellen, soll nun ein gemeinsamer Verkehrsentwicklungsplan Region Kassel erarbeitet werden. In einer entsprechenden Kooperationsvereinbarung ist auch die Aufteilung der Kosten von knapp 550 000 Euro geregelt.

Umwelt im Blick

Ziel ist ein integriertes Konzept, das nicht an den Gemeindegrenzen haltmacht sowie Individual- und öffentlichen Nahverkehr berücksichtigt. Der Verkehrsentwicklungsplan soll aufzeigen, wie Verkehr und Mobilität trotz knapper Haushaltsmittel entwickelt werden können. Dabei sollen auch in der Umweltbilanz deutliche Fortschritte erreicht werden, sagt Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse (parteilos), unter anderem durch den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Bessere Luft und geringere Lärmbelastung lauten die Ziele.

„Wir wollen den Pkw-Verkehr nicht restriktiv zurückdrängen“, sagt Lohse. Aber Alternativen anbieten. Die umweltfreundliche Ausrichtung der Verkehrspolitik sei vom Gesetzgeber vorgegeben. So müsse die Belastung der Luft mit Stickoxiden aus Autoabgasen in den nächsten Jahren deutlich sinken.

Beim Autoverkehr erwarten die Planer nach Angaben von Gunnar Polzin, Leiter des Amtes für Straßenverkehr und Tiefbau, in den nächsten zehn bis 15 Jahren keine großen Zuwächse mehr - dank des Trends zurück in die Stadt und des Verzichts aufs Auto.

Stadt trägt Löwenanteil

Die Stadt trägt mit 417 000 Euro den Löwenanteil der Kosten. Die KVG übernimmt 83 000 Euro, der NVV 50 000 Euro. Auf den ZRK entfallen 87 000 Euro, entsprechende Haushaltsmittel muss der Stadt-Umland-Verband aber noch bewilligen. Dies ist noch möglich, weil der Verkehrsentwicklungsplan für das gesamte ZRK-Gebiet erst in der letzten Stufe erstellt wird.

Mit der Aufgabe wurde die Bietergemeinschaft Planersocietät (Dortmund) und Gertz Gutsche Rümenapp (Hamburg) beauftragt. Sie hatte nach Angaben der Stadt bei einer europaweiten Ausschreibung das wirtschaftlich günstigste Angebot abgegeben.

„Wir werden nicht über die Köpfe der Menschen hinwegplanen.“

Der Verkehrsentwicklungsplan Region Kassel 2025 soll in drei Arbeitsschritten entstehen: Zunächst werden in diesem Frühjahr die Daten erhoben, wobei die Stadt auf entsprechende Befragungen des NVV und der Uni Dresden zurückgreifen will. Auf Grundlage der Daten wird ein Verkehrsmodell entwickelt, welches das gesamte Verkehrsgeschehen abbildet und - in einem dritten Schritt - auf künftige Erfordernisse angepasst wird. Die Bürger sollen frühzeitig eingebunden werden. „Wir werden nicht über die Köpfe der Menschen hinwegplanen“, sagt Lohse.

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