Ein Drittel der Wegebeziehungen überlastet

Verkehrsgutachten: Am neuen Altmarkt drohen langes Warten und Staus

Kassel. Die ersten Bauarbeiten auf der Altmarkt-Kreuzung mit Staus und längeren Wartezeiten erinnern an den geplanten Umbau. An der künftigen Kreuzung mit drei neuen Fußgängerüberwegen müssen alle Verkehrsteilnehmer mehr Geduld haben, wenn wie vorgesehen gebaut wird.

So steht es in einem Verkehrsgutachten, das bisher im Kasseler Rathaus unter Verschluss gehalten wurde, aber jetzt der HNA-Redaktion vorliegt. Die Dr. Brenner Ingenieurgesellschaft listet in der verkehrstechnischen Untersuchung auf, dass nach dem jetzt geplanten rund 1,4 Millionen Euro teuren Umbau der Kreuzung neun von insgesamt 24 geprüften Wegebeziehungen so überlastet sind, dass mit Dauerstaus und langen Wartezeiten zu rechnen ist.

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Die Verkehrsabläufe werden in sechs Qualitätsstufen eingeteilt. Die Stufe A bedeutet: Die meisten Verkehrsteilnehmer kommen flott über die Kreuzung, die Wartezeiten vor roten Ampeln sind sehr kurz. Diese Stufe wird auch am künftigen Altmarkt nicht erreicht. Dafür wird nach dem Umbau gleich viermal die Stufe E (wachsender Stau, sehr lange Wartezeiten) und viermal die Stufe F (Stau wächst stetig, extrem lange Wartezeiten, Anlage ist überlastet) prognostiziert.

Nicht allein die Autofahrer müssen mehr Zeit opfern. Auch Straßenbahnen, Regiotrams und Busse müssen länger warten. Und wie zum Hohn müssen vor allem Fußgänger, für die der Umbau die größten Verbesserungen bringen soll, lange vor roten Ampeln ausharren, bevor sie über die Fahrbahnen gehen können. Vier von sechs Überquerungsmöglichkeiten für Fußgänger haben die beiden schlechtesten Qualitätsstufen bekommen. Die lange Warterei dürfte so manchen Fußgänger zu verkehrswidrigem Verhalten verleiten und damit zu Problemen mit der Verkehrssicherheit an der umgebauten Kreuzung führen.

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