Planer sprach im Verkehrsausschuss

Verkehrskonzept für Kassel: Hauptziel ist Reduzierung des Verkehrs

Mit Tempo-30-Zonen sollen Lärm und mangelnde Verkehrssicherheit wie hier an der Holländischen Straße vermindert werden. Für das Hauptziel des Verkehrsplans 2030, den Autoverkehr in Kassel generell zu senken, sind Tempo-30-Zonen weniger geeignet. Foto: Fischer

Kassel. Die vorgeschlagenen Tempo-30-Zonen auf der Holländischen, Frankfurter und Wolfhager Straße befeuern nach wie vor die Debatte um den Verkehrsentwicklungsplan 2030 (VEP). Dabei ginge es im VEP um Tempo-30-Zonen nur am Rande, sagte jetzt im Verkehrsausschuss Jens Rümenapp vom Hamburger Planungsbüro GGR.

 „Hauptziel des VEP ist die Reduzierung des Autoverkehrs von aktuell 43 auf etwa 35 Prozent am Gesamtverkehrsaufkommen in den nächsten 15 bis 20 Jahren“, sagte Rümenapp. Das entspreche 36.000 Autofahrten.

Erreicht werde das mit dem Ausbau von Tram-, Bus- und Radwegeverbindungen. Durch neue Tramlinien nach Waldau und Harleshausen sowie eine Tramverlängerung bis zum Bahnhof Ihringshausen könne Pendlerverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden.

Weitere Tramverlängerungen bis nach Lohfelden und Sandershausen – kombiniert mit dem Ausbau des Busnetzes – führten insgesamt zu 27.000 Mehrfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Würden darüber hinaus die Radwege in Kassel vervollständigt und zudem Premiumradwege für Pendler aus Baunatal, Kaufungen und Vellmar angelegt, ließen sich weitere 7000 Fahrten mit dem Auto vermeiden, bei Nutzung von E-Bikes sogar 33.000 Fahrten.

Jens Rümenapp

„Wir wollen keinen dazu zwingen, sein Auto stehen zu lassen. Es soll lediglich das Angebot gemacht werden, Tram, Bus oder Fahrrad an Stellen zu nutzen, wo es bislang nicht möglich war“, sagte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Vehement wehrte er sich gegen die Vorwürfe der CDU-Fraktion, das gesamte VEP basiere auf falschen Zahlen. „Das Gegenteil ist der Fall.“ Noch nie sei die Datenlage zur Analyse der verkehrlichen Situation so umfangreich gewesen wie beim VEP. Daher seien auch relativ präzise Prognosen möglich.

Rümenapp ergänzte, aktuell würden viele verschiedene Szenarien durchgerechnet. Angestrebt würden letztlich Varianten, die mit möglichst geringem Investitionsaufwand maximal große Effekte erzielten.

Von Boris Naumann

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