Umweltverbände üben weiter Kritik – Eingabe an Stadtverordnete

Verkehrsplaner sollen bei Liniennetzreform noch einmal nachbessern

Anregungen und Kritik: Auch der Einsatz der Linie 7 ist Thema. Archivfoto:  Fischer

Kassel. Die Umweltverbände ADFC, BUND, VCD, PRO BAHN und Umwelthaus sowie der AStA der Universität Kassel halten an ihrer Kritik zur geplanten Liniennetzreform der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) fest.

Sie fordern den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Dazu soll die Stadtverordnetenversammlung einen Planungsauftrag für eine Straßenbahn im Korridor Rothenditmold/Harleshausen erteilen. 

Die Umweltverbände sehen in der überarbeiteten Fassung der Netzreform immer noch deutlichen Nachbesserungsbedarf. Für die Ihringshäuser Straße fordern sie, die Linie 6 abends länger (bis 24 Uhr) und am Wochenende früher fahren zu lassen. So würde wie bisher zusammen mit der Linie 3 ein 15-Minuten-Takt aufrechterhalten – wie auf allen anderen Hauptkorridoren der Straßenbahn (Netzebene 1).

Anbindung des Bergparks

Die Bedienung des Abschnitts Scheidemannplatz-Bahnhof Wilhelmshöhe durch die Linie 7 muss auch am Wochenende gewährleistet sein, fordern die Verbände. Ebenso wollen sie die Anbindung des Bergparks auch am frühen Samstag- und Sonntagmorgen. Auf den Hauptkorridoren (Netzebene 1) sei es wichtig, den Verkehr am Wochenende eine Stunde früher als bisher geplant aufzunehmen. 

Weitere Forderungen sind: 

• Erschließung des Lindenbergs mit Bus der Linie 35 über Ochshäuser Straße zum Leipziger Platz, Nachbesserungen abends und sonntags 

• Bus 12 oder 13 ab Simmershäuser Straße nach Wolfsanger

• Kein Tausch der Südwest-Äste der Linien 3 und 4. 

• 90er AST: Sonntagsangebot von 10 bis 24 Uhr 

• Einheitliche Reiseketten (möglichst keine Linienbrechungen) bei Linie 1, 5 und 7 und bei Bussen.

Mit der Liniennetzreform soll nach Angaben der Verbände der Zuschussbedarf um etwa einen Million Euro verringert werden (300.000 Euro Einsparung, 700.000 Mehreinnahmen). Diese Million soll nach dem Willen der Umweltverbände weiterhin dem Nahverkehr zur Verfügung stehen. Bei Zustimmung der Stadtverordneten zur Eingabe würden sie die die Proteste gegen die Reform beenden, kündigen die Verbände an. 

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Franky95Antwort
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Der Verkehrspolitik in Deutschland sind ja auch nur Straßen, Autos und die Autokonzerne wichtig und nicht der wirkliche bedarf von Fußgängern, Radfahrern und ÖV Nutzern. Beim dritten Punkt macht es die Schweiz wunderbar vor wie es geht! Hut ab davor!

Franky95Antwort
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Ich finde den MIV (Autos) viel gefährlicher an Kreuzungen und Fußgängerüberwegen (Zebrastreifen)! Die Straßenbahn fährt eigentlich nur bei Signal ab und dann kommt ein Warnzeichen (Wechsellichter).
Am Rathaus ist die, da muss ich ihnen zustimmen, nicht besonders gut gelöst, da es hier am Überweg Fußgängerzone Königsstraße diese Lichter nicht gibt. an der Haltestelle Fünffensterstraße bin ich mir nicht sicher.
Die Spitz zulaufenden Inseln sind nicht perfekt, geometrisch aber mit den Gleisen leider nicht anders zu lösen (man könnte den Überweg natürlich verschieben, das geht aber wieder zu lasten des MIV, was gar nicht geht in der Autofahrerstadt Kassel!).

Franky95Antwort
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Das ist jetzt aber ein wenig zu weit hergeholt :D
Wir leben in einer Solidargemeinschaft und weite teile unserer Gesellschaft sind darauf aufgebaut, für einander da zu sein. (Sozialversicherung, Krankenkasse, Rentenkasse etc.) so auch der ÖPNV.

Für viele Senioren müsste man dann wirklich ein AST über die Königsstraße einrichten, da viele Probleme haben werden die weiten Wege zurückzulegen.
Meine eigene Großmutter ist während der Baustelle am Rathaus nicht zum Wochenmarkt in Kassel aus dem Vorderen Westen gefahren, weil ihr die Wege zu weit waren.

Aber andererseits kann man nicht so ohne weiteres die Tram aus der Kö nehmen ohne viele Millionen in die Hand zu nehmen.
Stichwort: Ringschluss!
Rathauskreuzung muss umgebaut werden, Strecke Trompete - Friedricianum - Entenanger - Martinskirche - Stern (mit Abreißen eines Hauses) sowie Strecke Scheidemannplatz - Königsplatz - Entenanger - Altmarkt müssten neu gebaut werden. Was das kostet, nur damit ein paar Geschäftsleute eine Straßenbahnfreie Königsstraße, die eigentlich nur schlechtes bringt haben wollen?

Dann bitte auch die Parkhäuser und Tiefgaragen schließen und die Innenstadt zur Anliegerzone erklären! In Leipzig geht genau dies auch, und zwar sehr sehr gut!

Kommentare

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