Straßenverkehrsamt legt Zahlen für Betriebskosten vor

Straßenverkehrsamt will länger Förderung für Verleihsystem Konrad

Im April soll Konrad starten: Nach mehrmaligen Verzögerungen sollen die Leihräder bald durch Kassel rollen. Zu Demonstrationszwecken wurden sie im vergangenen Jahr für kurze Zeit am Bahnhof Wilhelmshöhe aufgestellt. Archivfoto: Fischer

Kassel. Im April soll Konrad starten. Damit die Leihräder nicht nur bis zum Jahresende durch Kassel rollen, will sich die Stadt um eine Verlängerung des Förderzeitraums bis Ende 2013 bemühen.

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Da vom Bund für das weitere Jahr aber nicht mehr Geld zu erwarten ist, müsste sie die Kosten allein tragen. Pannen und Probleme wie zuletzt mit den Funkboxen hatten den Start des Fahrradleihsystems verzögert.

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Nun liegen auch Zahlen auf dem Tisch: Das Mietradsystem wird nach dem Ende der Bundesförderung voraussichtlich 250.000 Euro kosten - bei 130.000 Fahrten im Jahr. Bei bis zu 300.000 Fahrten und entsprechendem Räderangebot, um die hohe Nachfrage zu decken, könnten die Betriebskosten bei jährlich einer halben Million Euro liegen.

Ingrid Steinbach

Diese Zahlen nannte die Leiterin des Amtes für Straßenverkehr und Tiefbau, Ingrid Steinbach, im Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Grundsatzfragen. Neben den Einnahmen aus der Vermietung der Leihräder erwarte die Stadt auch Werbeeinnahmen, sodass die tatsächlichen Kosten niedriger liegen.

„Was es am Ende kostet, wissen wir noch nicht“, sagte die Amtsleiterin auf Nachfrage. Von den Kooperationspartnern KVG und NVV werden mehrere Zehntausend Euro Zuschuss erwartet. Für Werbung gebe es bereits Anfragen aus dem Kasseler Einzelhandel.

Bis Ende dieses Jahres wird das Leihsystem vom Bund gefördert. Eine Verlängerung ist laut Steinbach nötig, um eine realistische Einschätzung über Kosten und Nutzen sowie „das völlig neue Buchungssystem“ zu erhalten. Die Leihräder wären aus Sicht der Stadt zudem willkommenes Angebot beim Hessentag und bei der Festwoche zum Stadtjubiläum 2013.

Das letzte Wort haben die Stadtverordneten. Sie müssen entscheiden, ob und wie viel Geld sie 2013 für Konrad bereitstellen wollen. Ob die Stadt wegen der mehrfachen Verzögerungen Schadenersatz von ihren Vertragspartnern, der DB Rent GmbH und der Simpel GmbH fordert, ist laut Steinbach noch unklar.

Die 500 Räder können nach einem Probebetrieb voraussichtlich ab April an 52 Stationen im Stadtgebiet ausgeliehen werden. Bis Ende des Jahres sind die Kosten für Konrad gedeckt: Das Bundesministerium stellt Fördergeld in Höhe von 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf 175.000 Euro. Auch KVG und NVV steuern Geld bei, sodass insgesamt 1,8 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Die Investitionen von 1,1 Mio. Euro und die geschätzten Betriebskosten bis Ende 2012 von 772.000 Euro sind damit gedeckt.

Steinbach bestätigte, dass das Leihsystem nicht kostendeckend betrieben werden kann. Dies haben Magistrat und Regierungspräsidium aber zur Auflage gemacht, wenn Konrad nach Ablauf der Bundesförderung weiterlaufen soll. Der neue Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) spricht von einem „zukunftsweisenden Projekt“.

Von Ellen Schwaab

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