Resonanz von geöffneten Ständen gut - Kunsthandwerk kritisch

Kasseler Weihnachtsmarkt: Verlängerung umstritten

Weihnachten bis zwischen den Jahren: Ob der Weihnachtsmarkt auch dieses Jahr nach den Feiertagen weitergeht, ist noch nicht geklärt. Von den teilnehmenden Standbetreibern zog die Mehrheit ein positives Fazit. Die meisten Kunsthandwerk-Büdchen sind gegen eine Verlängerung - nur die Hälfte von ihnen hatte zwischen den Jahren geöffnet. Foto: Fischer

Kassel. Die Mehrheit der Standbetreiber, die sich an der Verlängerung des Weihnachtsmarkts beteiligt haben, befürwortet die Öffnung zwischen den Jahren. Bei einer ersten Umfrage von Kassel Marketing haben sich 73 Prozent für eine Verlängerung im kommenden Jahr ausgesprochen.

Die Entscheidung darüber, für die auch das Votum der Stadtverordnetenversammlung erforderlich ist, steht aber noch nicht fest.

Von den insgesamt 116 Weihnachtsmarkt-Buden waren nach Angaben von Kassel Marketing nach den Feiertagen noch 92 geöffnet - das entspricht knapp 80 Prozent. Von den 50 Kunsthandwerk-Ständen blieb allerdings von vornherein die Hälfte geschlossen. Bei denjenigen Kunsthandwerkern, die zwischen den Jahren dabei waren, liegt laut Umfrage die Zustimmung für die Verlängerung nur bei 37 Prozent.

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Es seien zwischen den Jahren durchaus viele Besucher auf dem Markt gewesen, sagt Kassel-Marketing-Chefin Angelika Hüppe. „Vor allem dort, wo es Essen und Trinken gab, war viel los.“ An den Kunsthandwerks-Büdchen seien die Menschen allerdings meist nur vorbeigeschlendert, ohne zu kaufen.

Wenn man sich auch in Zukunft für eine Verlängerung des Markts entscheide, stelle sich die Frage, ob die Teilnahme verbindlich gemacht wird, sagt Hüppe. Dadurch wäre das einheitliche, stimmungsvolle Erscheinungsbild des Weihnachtsmarkts gewahrt, das die Besucher schätzten.

Angelika Hüppe

Allerdings bestehe die Gefahr, dass bei einem Teilnahmezwang einige Kunsthandwerk-Stände Kassel ganz den Rücken kehren. „Das ist ein großes Risiko“, sagt Hüppe. Denn mit dem Kunsthandwerk würde der Markt an Qualität verlieren.

Denkbar sei auch, über eine veränderte Standgebührenstruktur den Kunsthandwerkern im Gegenzug für deren schlechtere Voraussetzung an den Verlängerungstagen eine Entlastung zu verschaffen. All das seien aber nur erste Überlegungen, betont die Geschäftsführerin.

In den kommenden Wochen werde man die Ergebnisse der Befragungen von Standbetreibern und Innenstadtkaufleuten auswerten. Anhand dieser Grundlage müsse dann die Politik Position beziehen.

Von Katja Rudolph

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