Private Büros kontrollieren Bauten

Eintrag ins Kataster: Vermesser schrecken Hauseigentümer auf

Kassel. Viele Hauseigentümer wissen nicht, dass auch Anbauten, Garagen und Wintergärten vermessen und im Kataster erfasst werden müssen. Daraus versuchen freie Vermessungsbüros Kapital zu schlagen.

Sie spüren auf eigene Faust solche Bauten auf und setzen den Eigentümern eine Frist – verbunden mit dem Angebot, sich für mehrere Hundert Euro um das Problem zu kümmern.

1200 Bauten wurden so 2012 im Bezirk des Amtes für Bodenmanagement in Korbach gemeldet, das für Kassel sowie die Landkreise Kassel und Waldeck-Frankenberg zuständig ist. Das Amt selbst machte 650 Eigentümer auf ihr Versäumnis aufmerksam.

Das Vorgehen der Büros ist legal: Die öffentlich bestellten Vermessungsingenieure sind berechtigt, Hauseigentümer auf ihr Versäumnis hinzuweisen und ihnen eine dreiwöchige Frist zur Nachmeldung zu setzen. Wen diese damit beauftragen, ist den Eigentümern aber freigestellt.

Wie sich die Büros ihre Aufträge verschaffen, dazu will man sich beim Amt für Bodenmanagement nicht äußern. „Sie sind Teil des hoheitlichen Vermessungswesens“, sagt Leiter Frank Mause. Die Eigentümer würden durch ihren Einsatz auch nicht stärker belastet. „Die Kosten sind identisch.“ Grundlage der Berechnung sei der jeweilige Rohbauwert. Die Eintragung ins Kataster obliege dem Amt für Bodenmanagement, das dafür eine eigene Gebühr erhebe. Auch die in den Schreiben gesetzte Frist von 21 Tagen entspreche den gesetzlichen Bestimmungen.

Von Ellen Schwaab

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