"Über Caritas gelaufen"

Vermietung an Flüchtlinge: AfD-Fraktionsvorsitzender Gratzer nimmt erstmals Stellung

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Dieter Gratzer

Kassel. Mieter der Frankfurter Straße 165 fühlen sich von ihrem Vermieter Dieter Gratzer gemobbt. Gegenüber der HNA hatten sie kritisiert, dass Gratzer sie aus den Wohnungen bekommen wolle, um diese an Flüchtlinge zu vermieten.

Mit denen könne er mehr Geld verdienen, habe er gesagt. Gratzer hatte die Mehrfamilienhäuser an der Frankfurter Straße 163 und 165 im Sommer 2015 gekauft und saniert. Vier Wohnungen in der Nr. 163 sind mittlerweile an Flüchtlinge vermietet.

Zu den Mobbing-Vorwürfen seiner Mieter hat die HNA Dieter Gratzer, der auch Fraktionsvorsitzender der Kasseler AfD-Fraktion ist, am Donnerstag vergangener Woche erstmals einen Fragenkatalog geschickt, am Montag folgten weitere Fragen zu einer Mieterin, die er wegen des Verdachts des Sozialbetrugs angezeigt hat.

Am Dienstagmittag traf bei der HNA nun eine Stellungnahme von Dieter Gratzer ein. Das Gros unserer Fragen hat er darin nicht beantwortet. Wir veröffentlichen die Stellungnahme im Wortlaut:

„Die gegen mich erhobenen Vorwürfe weise ich entschieden zurück.

Es wurden keine ordentlichen Mieter gekündigt, im vorliegenden Fall gibt es Gründe für eine fristlose Kündigung, zu denen ich aufgrund des laufenden Verfahrens keine inhaltliche Stellung nehmen werde.

Die von mir abgeschlossenen Mietverträge betreffen die Vermietung eines Hauses, das ich leerstehend erworben und saniert habe.

Ich habe mich nie gegen die Menschen gewandt, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind, sondern gegen den Bruch von geltendem Recht und der Verfassung zum Schaden der Bevölkerung Deutschlands. Mein Slogan zur Kommunalwahl war: ,Ja zur Humanität, Nein zum Rechtsbruch’, wozu ich stehe.“

Zudem teilte Gratzer in einer weiteren Mail der HNA mit, dass alle Vermietungen an Flüchtlinge in seinem Haus über die Caritas gelaufen seien.

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