Zahlen der Polizei

Über 400 Menschen pro Jahr in Kassel Stadt und Kreis vermisst

Kassel. 419 Menschen sind im vergangenen Jahr in Stadt und Landkreis Kassel bei der Polizei als vermisst gemeldet worden. 2012 gab es 461 und im Jahr davor 431 Vermisstenfälle.

„Die meisten kommen glücklicherweise von selbst zurück“, sagt Kriminalhauptkommissar Helmut Wetzel, Leiter des Kommissariats 11. Nur ganz wenige Vermisstenfälle bleiben über Jahre ungeklärt. In ganz Hessen gebe es 48 Langzeitvermisste, Menschen, die länger als zwei Monate verschwunden seien. In Stadt und Kreis Kassel gebe es neun Fälle dieser Art.

Kinder und Jugendliche gelten als vermisst, wenn sie ihren gewohnten Lebenskreis verlassen haben, sagt Wetzel. Da kann es schon reichen, dass ein Kind nach Schulschluss nicht zu Hause auftaucht und sich auch nicht bei Freunden aufhält. In solchen Fällen sei die Aufregung immer sehr groß und die Polizei werde umgehend aktiv, die Ermittlungen übernehme die Kripo.

Anders sieht es bei Jugendlichen aus. Wenn die verschwinden, kümmern sich in den ersten drei Wochen die zuständigen Reviere um den Fall, sagt Wetzel. Grund: Das Gros der jugendlichen Ausreißer kehre nach kurzer Zeit schon wieder nach Hause zurück. Es handele sich in den meisten Fällen um Jugendliche, die immer wieder aus einer Einrichtung ausbüxten oder Teenager, die sich mit ihren Eltern gestritten haben.

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Wenn ein Erwachsener verschwindet, dann werde die Polizei erst aktiv, wenn es einen Hinweis darauf gebe, dass die Person sich in Gefahr befinden könnte, weil sie zum Beispiel orientierungslos ist oder sich etwas antun könnte. Das ist aktuell der Fall bei einem 53-jährigen Mann aus Kassel, der seit vergangener Woche Donnerstag verschwunden ist. Am Donnerstag suchten 30 Beamte der Bereitschaftspolizei und ein Spürhund im Habichtswald rund um den Herkules von morgens bis 16 Uhr vergeblich nach dem Mann.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Rubriklistenbild: © dapd

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