Vor Aufsichtsratssitzung

Vermittlung scheiterte: Klinik-Chef Sontheimer muss gehen

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Keinen Rückhalt mehr: Dr. Gerhard M. Sontheimer, Vorstandschef der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH), wird Kassel verlassen.

Kassel. Schon vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung am kommenden Dienstag ist das berufliche Schicksal des Vorstandschefs des Klinik-Konzerns Gesundheit Nordhessen Holding (GNH), Dr. Gerhard M. Sontheimer, offenbar besiegelt.

Nach HNA-Informationen steht inzwischen fest, dass Sontheimer Kassel verlassen wird. Ein Vermittlungsgespräch im Aufsichtsrat scheiterte.

Sontheimer verdiente zum Beispiel im Jahr 2012 genau 337.883, 26 Euro. Sein Vertrag läuft noch bis Ende des Jahres. Nach HNA-Informationen soll eine Abfindung in seinem Vertrag festgeschrieben sein. Der Manager war 2005 nach Kassel gekommen.

GNH-Aufsichtsratsvorsitzender ist Kassels Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD). Er erklärte am Dienstag gegenüber der HNA lediglich: „Die nächste Aufsichtsratssitzung der GNH findet am Dienstag, 10. Juni, statt. Auf der Tagesordnung steht dann der zweite Wahlgang für den Vorstandvorsitzenden.“ Gesprächiger war man da im Landkreis. Landrat Uwe Schmidt (SPD) erklärte, dass er davon ausgehe, dass sich am Wahlverhalten der Aufsichtsratsmitglieder aus dem ersten Wahlgang nichts ändern werde.. Er selbst habe gegen Sontheimer gestimmt. Das werde er wieder tun.

HNA-Lexikon

Gerhard M. Sontheimer

Bei dieser ersten Wahl war Sontheimer gescheitert. Für eine Wiederwahl hätte er eine Zwei-Drittel-Mehrheit gebraucht. Die erreichte er nicht, weil von den insgesamt 20 Aufsichtsratsmitgliedern die zehn Vertreter der Arbeitnehmer gegen ihn stimmten. Die werfen Sontheimer vor allem einen schlechten Umgang mit den Mitarbeitern vor. Er regiere den Klinikkonzern „wie ein Fürst“.

Nach dem ersten Wahlgang wurde ein vermittelndes Gespräch mit zwei Arbeitnehmer- und zwei Arbeitgebervertretern vereinbart. Bei diesem Gespräch konnte man sich offenbar nicht annähern.

Bei der CDU beurteilt man die Rolle Sontheimers differenziert: Er habe die Kliniken wirtschaftlich vorangebracht und modernisiert, sagt der Kasseler Fraktionsvorsitzende Dr. Norbert Wett. Auf der anderen Seite habe es Sontheimer an „sozialer Kompetenz“ gefehlt. „Sontheimer wird in die Wüste geschickt“, so Wett, ohne zu wissen, wer sein Nachfolger sein könnte.

Wett kritisiert die SPD, die sich im Aufsichtsrat „vollkommen zerrissen zeigt“. So sei Stadtkämmerer Barthel gegen Sontheimer, Bürgermeister Kaiser für ihn. Wett: „Und Oberbürgermeister Hilgen tut gar nichts.“

Wichtig sei, so Wett, dass der Klinik-Konzern Gesundheit Nordhessen in kommunaler Hand bleibe und die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten werde. (tho)

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