Neue Klassen veröffentlicht

Versicherung fürs Auto: In Kassel wird’s eher günstiger

Jeder Schaden zählt: Die Festlegung der Regionalklassen geschieht auf Basis des örtlichen Unfallaufkommens. Foto: dpa

Kassel. Wie teuer eine Versicherung für das Auto ist, das hängt auch davon ab, wo es zugelassen ist. Die so genannte Regionalklasse wird einmal jährlich ermittelt. Nun sind die neuen Klassen veröffentlicht worden: Wir zeigen, wie Stadt und Landkreis Kassel bei der Statistik im Vergleich abschneiden.

Autofahrer aus Kassel können eher mit sinkenden Kosten für die Haftpflichtversicherung rechnen. Grund dafür ist, dass für in Kassel zugelassene Autos die Regionalklasse von 10 auf 9 zurückgestuft wurde. Bei der Teil- und Vollkasko bleibt es bei der bisherigen Einstufung. Dies geht aus der jetzt veröffentlichten Regionalstatistik des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Im Kreis Kassel gibt es keine Veränderungen.

Die Regionklassen werden auf Basis der Unfälle ermittelt und spiegeln das Schadensrisiko des Zulassungsortes wider. Sie sind neben Typklassen, Kilometerleistung, Erfahrung des Fahrers etc. aber nur ein Kriterium, anhand dessen die Versicherer ihre Tarife festlegen. Je höher die Klasse, desto teurer die Versicherung.

Nach Auskunft der Huk-Coburg, dem größten deutschen Autoversicherer, wirkt sich die Verschiebung um eine Klasse um fünf bis zehn Prozent - bei der Kasko etwas mehr als bei der Haftpflicht - auf die Beitragssumme aus.

Trotz der Rückstufung auf Klasse 9 bleibt es für Halter in Kassel überdurchschnittlich teuer, für ihr Auto eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Denn die Klassen reichen bei der Haftpflicht von 1 bis 12. Im Kreis (Klasse 3) bleibt die Haftpflichtversicherung günstig. Teil- und Vollkasko liegen im deutschlandweiten Vergleich sowohl in Stadt wie Kreis Kassel niedrig (siehe Übersicht rechts). Zwar seien die Vorgaben des GDV nicht bindend, aber die meisten Versicherer würden sie übernehmen, sagt GDV-Sprecherin Kathrin Jarosch.

Die Einstufung erfolgt auf Basis eines mathematisch ermittelten Index. Er bildet die Schadensbilanz des Zulassungsorts ab. Bei einem Index von 100 liegt eine Region im Durchschnitt. Die Stadt Kassel liegt mit einem Index von 110,28 bei der Haftpflichtversicherung über dem Durchschnitt, der Kreis mit 91,37 darunter.

„Rückschlüsse auf die Fahrkünste der Bewohner zu ziehen ist unlauter“, sagt Jarosch. Es gebe viele Faktoren, die das Schadensvolumen beeinflussten: Baustellen, Gefahrenpunkte, Verkehrsaufkommen und Besiedlungsdichte. Wobei es nicht zwingend so sei, dass in Städten zugelassene Autos teurer in der Versicherung seien. In Augsburg und Kempten seien Haftpflichtversicherungen am teuersten. „Das sind keine Metropolen. Es hängt damit zusammen, dass dort viele und hochwertige Autos unterwegs sind“, sagt Jarosch.

Die Hagelschäden, von denen im Sommer viele Kasseler betroffen waren, fließen erst in die nächste Einstufung ein. Die neuen Regionalklassen können bei Neuverträgen sofort angewendet werden, bei laufenden greifen sie ab 1. Januar 2015.

Von Bastian Ludwig

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