Fortsetzung am 21. März

"Rechtswidrig verzögert": Verteidigerin fordert Prozess gegen Vincent Ho sofort einzustellen

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Wollen, dass der Prozess eingestellt wird: Vincent Ho und seine Verteidigerin Dr. Claudia Keiser führen als Begründung eine rechtswidrige Verfahrensverzögerung an.

Kassel. Im Prozess gegen den früheren Vize des Versicherungsvermittlers MEG, Vincent Ho (32) hat die Verteidigung am Dienstag die „sofortige Einstellung“ des Prozesses gefordert.

Seine Rechtsanwältin Dr. Claudia Keiser begründete dies mit einer „rechtwidrigen Verfahrensverzögerung.“

Vincent Clemens Ho, der die rechte Hand des MEG-Chefs Mehmet Göker war, ist zusammen mit seinem Ex-Chef angeklagt, ab dem Jahr 2009 Adressen von MEG-Kunden entwendet und für eigene Geschäfte genutzt zu haben. Diese Datensätze hätten eigentlich in die MEG-Konkursmasse gehört. Ho und Göker sollen laut Anklage für die Adressen drei Millionen kassiert haben.

Vincent Ho habe von Vorwürfen gegen ihn erstmals 2010 erfahren, sagte seine Verteidigerin. Vom November 2012 bis Mai 2013 habe er deswegen in Untersuchungshaft gesessen, die Anklage stamme aus dem Jahr 2013. Mehmet Göker, dessen Verfahren abgetrennt wurde, halte sich seit fünfeinhalb Jahren in der Türkei auf, die ihn nicht ausliefere.

Dabei, so die Rechtsanwältin, gehen es um „niedrigschwellige Straftaten“. Auf den Verrat von Geschäftsgeheimnissen und auf Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz (darunter fallen die angeklagten Taten von Ho) stünden maximal fünf und zwei Jahre Gefängnis. Und, so Dr. Keiser: „Die Verjährung dieser Taten steht unmittelbar bevor.“

Das Gericht wird nun über den Antrag der Verteidigung beraten.

Vincent Ho äußerte sich auch am Dienstag während des Prozesses nicht. Er werde dies an einem der nächsten Verhandlungstage tun, sagte seine Verteidigerin. Im Mittelpunkt stand gestern ein weiterer Vorwurf gegen Vincent Ho. Während einer Verhandlung gegen Göker am 9. Dezember 2012 soll Ho einen Meineid geschworen haben. Als Zeuge hatte er unter anderem ausgesagt, er sei nur ein oder zwei Mal in der Türkei gewesen. Dies seien private Besuche gewesen, weil er keinen geschäftlichen Kontakt zu Göker habe. Diese Aussage hatte er beschworen.

Der Prozess wird am Mittwoch, 21. März, fortgesetzt. Dann ist auch der Verteidiger von Mehmet Göker, Prof. Nagel aus Hannover, geladen.

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