Vertrag mit Bahn läuft Ende 2015 aus

Konrad-Leihräder: Betrieb ist nur noch für ein Jahr gesichert

Kassel. Das Fahrradverleihsystem Konrad ist noch bis Ende 2015 gesichert. So lange läuft der Vertrag zwischen der Stadt und der Bahntochter DB Rent. Doch ob er verlängert wird, ist bis heute offen.

Auf HNA-Anfrage teilt die DB Rent lediglich mit, dass sie zufrieden sei mit der Nutzung. Ein langfristiger Betrieb ist aus Sicht der Stadt aber nur möglich, wenn weitere Partner gefunden werden, die sich an der Finanzierung beteiligen.

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Die DB Rent betreibt Konrad seit 2013 in eigener Regie und auf eigene Kosten – die Stadt hat aber ein Mitspracherecht. Seit dem Start 2012 ist die Zahl der Nutzer stetig gestiegen: Von 25 000 (Ende 2012) auf 30 350 (Ende 2013) auf aktuell 34 500. Die Zahl der Nutzer sagt aber wenig über den Erfolg aus, da gerade Touristen sich oft nur für eine einmalige Fahrt anmelden. Entscheidender ist die Zahl der Ausleihen. Mit Ausnahme des documenta-Jahres 2012 ist diese relativ konstant. Waren es 2012 etwa 195 000 Konrad-Fahrten, zählte die DB Rent im Hessentags-Jahr 2013 rund 174 000 Fahrten. Von Januar bis September 2014 seien die Räder 165 000 Mal ausgeliehen worden.

Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) teilte mit, dass die Gespräche mit DB Rent über eine Vertragsverlängerung bisher positiv verlaufen seien. Eine langfristiger Erhalt sei aber nur möglich, wenn Werbekooperationen fortgeführt oder neue Partner gefunden würden. Das heißt: Die Bahn ist für einen wirtschaftlichen Betrieb auf Firmen angewiesen, die auf den Rädern werben oder die Räder für die Mobilität ihrer Mitarbeiter nutzen und sich im Gegenzug an den Kosten beteiligen.

Nach Vorstellung der Stadt sollen Kommunen im Kasseler Speckgürtel an das System angeschlossen werden und es mitfinanzieren. Auch die Studenten, die ein Drittel der Nutzer ausmachen und sehr günstig ausleihen, könnten stärker zur Kasse gebeten werden.

Wie hoch die Betriebskosten sind, sagt die Bahn nicht. Als Konrad noch allein in städtischer Hand war, lagen sie bei jährlich 375 000 Euro.

Von Bastian Ludwig

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