Stadt will Antrag für feste Installation beim Land stellen - Ministerium will Finanzierung prüfen

Videowand fürs Auestadion?

Videowand fürs Auestadion
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Besichtigten die Baustelle: Ministerialdirigent Prof. Heinz Zielinski (links) ließ sich von Jens Rose (KSV-Vorstand) den VIP-Bereich auf der neuen Haupttribüne zeigen.

Kassel. Ein Tor von Thorsten Bauer noch einmal in der Wiederholung zu sehen, davon haben schon viele Fans des KSV Hessen Kassel im Auestadion geträumt. Dieser Wunsch könnte wahr werden.

Grundsätzlich sei das Land Hessen bereit, sich bei der Anschaffung einer festen Videowand zu beteiligen, sagte gestern Prof. Heinz Zielinski, Ministerialdirigent im Hessischen Ministerium des Inneren und für Sport, bei einem Besuch im Auestadion. Die Entscheidung hänge natürlich von der Höhe der Kosten ab. Billig ist so eine feste Videowand allerdings nicht. Rund 500 000 Euro kostet sie mit den Maßen 16 mal 9 Meter, heißt es im Sportamt der Stadt Kassel. So groß muss eine Videowand mindestens sein, um die Anforderungen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) zu erfüllen.

Für die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften, die im Juli kommenden Jahres erstmals im Auestadion ausgetragen werden, will sich die Stadt Kassel eigentlich eine Videowand ausleihen, auf der die Ergebnisse angezeigt werden. Kosten für die zwei Tage: 30 000 Euro.

Diese 30 000 Euro würde die Stadt Kassel natürlich lieber in eine feste Videowand investieren, sagt Hauptamtsleiter Hans-Jochem Weikert. Deshalb werde man umgehend einen entsprechenden Antrag beim Land stellen.

Innenminister Volker Bouffier (CDU) hat sich kürzlich bereits mit der Thematik befasst. Anja Wolf-Blanke, Präsidentin des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV), hat sich bei den Hessischen Meisterschaften in Wetzlar mit Bouffier über solch eine Anschaffung für das Auestadion unterhalten. Was Bouffier zu dem Wunsch gesagt hat, darüber will Wolf-Blanke sich öffentlich nicht äußern. Sie sagt aber: „Natürlich liebäugeln wir mit einer festen Videowand.“ Schließlich sei es das Ziel, dass künftig nicht nur alle sechs Jahre die Deutschen Meisterschaften in Kassel stattfinden, sondern man wolle auch Europäische Wettbewerbe nach Nordhessen holen. Und dafür sei eine feste Videowand eine Voraussetzung, sagt die Präsidentin.

Über solch eine Anschaffung würde sich auch Jens Rose, Vorstandsvorsitzender des KSV, freuen. Aber auch ohne Videowand ist Rose bereits bester Laune. Die Karten für die 230 VIP-Plätze (Kosten: rund 2000 Euro pro Saison) auf der neuen Haupttribüne (insgesamt gibt es hier 2600 Plätze) sind bereits alle verkauft. Theoretisch könnten weitere 270 VIP-Plätze auf der 7,4 Millionen Euro teuren Haupttribüne entstehen. Doch für diese Investition in Höhe von 740 000 Euro fehle derzeit das Geld, sagt Rose.

Der KSV benötigt jeden Cent für das neue Vereinsheim, das an der Damaschkestraße gebaut wird. Die Fundamente für den 900 000 Euro teuren Bau sind bereits gelegt, in der kommenden Woche soll gemauert werden, sagte gestern Architekt und KSV-Fan Marcus Büxe, der dem KSV die Planung und Bauleitung nicht in Rechnung stellt. Andere Fans opfern ihren Urlaub, um beim Bau zu helfen. Unterstützung gab es gestern auch vom Land. Einen Bewilligungsbescheid in Höhe von 150 000 Euro brachte Prof. Zielinski für das Vereinsheim aus Wiesbaden mit.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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