Viel Lob zum Abschied: Kämmerer Barthel geht in den Ruhestand

+
Dank der Amtsleiter im Rathaus an den scheidenden Kämmerer (links): Eine Münze mit dem Bildnis von Dr. Jürgen Barthel. Der Umrechnungskurs für einen Barthel in Euro ist noch nicht bekannt.

Kassel. Abschied von Kassels Langzeit-Kämmerer: Dr. Jürgen Barthel (SPD), seit 24 Jahren für die Stadt-Finanzen verantwortlich, geht Ende Juli in den Ruhestand.

Beim Empfang im Rathaus machte die große Schar von Ehrengästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung deutlich, dass mit Barthel ein weithin geachteter und auch über Parteigrenzen anerkannter Stadtkämmerer aus dem Rathaus-Dienst ausscheidet.

Doppelte Ehrung

Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) hatte zum großen Lob für den dienstältesten Kämmerer der Stadt seit dem Jahr 1889 auch zwei hohe Ehrungen für Barthel mitgebracht. Der 62-Jährige wurde mit der Kasseler Stadtmedaille sowie der Ehrenbezeichnung Stadtältester ausgezeichnet.

Barthel habe seine Entscheidungen immer so ausgerichtet, dass die Prosperität der Stadt gefördert wird, sagte Hilgen. Für den Magistrat sei der Kämmerer stets „eine ganz sichere Bank“ gewesen, wenn es darum ging, Dinge professionell umzusetzen: „In der Steuerung der Verwaltung war er ein Meister.“

Als Meisterstück gilt für Hilgen, dass der Kämmerer dafür gesorgt habe, dass Kassel eine viertel Milliarde Schulden vom Land Hessen per Finanz-Schutzschirm abgenommen bekam. „Das ist die Kunst eines Kämmerers, der sein Handwerk versteht.“

Kämmerer und Nachfolger im Amt: Dr. Jürgen Barthel versprach Christian Geselle (links), sich nicht mit unerwarteten Ratschlägen ins Geschäft einzumischen.

„Gut, dass ich damals den Kürzeren gezogen habe“, sagte Hilgen selbstkritisch über seinen Versuch, Barthel im Jahr 2003 aus dem Amt zu drängen. Im Jahr 2005 zog Hilgen als direkt gewählter Oberbürgermeister selbst in den Magistrat ein und arbeitete fortan mit Barthel zum Wohl der Stadt zusammen. Seither sei sein Verhältnis zum Kämmerer von Respekt und Freundschaft geprägt, bekannte Hilgen.

Lob für den scheidenden Finanz-Chef und gute Wünsche für dessen Ruhestand gab es auch von Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich (SPD) und der Vorsitzenden des Gesamtpersonalrats der Stadt Kassel, Fazilet Karakas-Blutte. Sie hatte sich bei den Mitarbeitern in Kämmerei, Sozial-, Liegenschafts- und Bauamt umgehört. Denn der Kämmerer war seit 2004 zudem Sozialdezernent im Rathaus und im Nebenjob zusammengenommen auch zwei Jahre lang Kassels kommissarischer Stadtbaurat.

Das Arbeitszeugnis der Personalrätin fiel bestens aus. Barthel werde von Mitarbeitern als fürsorglicher Chef mit einem kooperativen Führungsstil beschrieben, der nicht anordnete, sondern um Hilfe bat und die Beschäftigten stets mit Respekt und Wertschätzung behandelte, sagte Karakas-Blutte: „Ein großartiger Chef, wir sind sehr traurig, dass er geht.“

Jürgen Barthel bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und die hochprofessionelle Arbeit der Verwaltung und erinnerte an die positive Entwicklung der Stadt: „Dass wir heute über Stadtvillen diskutieren, hat doch damit zu tun, dass es uns relativ gut geht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.